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Foto Kreisverband FGW BGL

Freie Wähler Berchtesgadener Land besichtigen Wasserkraftwerk in Töging

Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise auf dem Energiemarkt besichtigte die Kreistagsfraktion der Freien Wähler Berchtesgadener Land den nahezu fertiggestellten Neubau des Innkraftwerks Jettenbach-Töging. Wasserkraft stellt eine der Möglichkeiten dar, wie in Bayern regionaler und versorgungssicherer Strom durch erneuerbare Energien gewonnen werden kann. Das neue Kraftwerk ist ein Beispiel dafür, wie schnell es auch hierzulande möglich ist, derartige Großprojekte umzusetzen. Nach ersten Vorarbeiten ab Herbst 2018 und dem Genehmigungsbescheid im August 2019 konnte im September 2019 der Grundstein gelegt werden. Nun steht das neue Kraftwerk kurz vor der vollständigen Inbetriebnahme, wobei eine Turbine bereits an das Stromnetz angeschlossen wurde.

Ralph Brenner, Bauleiter der bauausführenden Firma Porr führte die interessierten Besucher aus dem Berchtesgadener Land über die Baustelle. Dabei konnten sie sich einen Eindruck von der Größe der Turbinen und den Druckrohrleitungen verschaffen und auch einen Blick unter die kurz vor der Inbetriebnahme stehende Turbine werfen.

Das Kraftwerk Jettenbach-Töging selbst besteht aus einer Wehr und dem ca. 20 km langen Innkanal, welcher zum Kraftwerk in Töging führt. Die Wehranlage wurde zwischen 1919 und 1924 als erster Wehrbau am bayerischen Inn errichtet. Der Spatenstich für die alte Anlage erfolgte 1919, damals waren auf der Baustelle bis zu 100.000 Arbeiter beschäftigt. Der Bau des Innkanals ermöglichte eine Fallhöhe von rund 30 Metern am Standort Töging, die für die Stromerzeugung in der Turbine erforderlich war. Nachdem das Kraftwerk zwischenzeitlich im Eigentum der Firma EON stand, wurde es 2009 an den „Verbund“, den auf Wasserkraft spezialisierten größten österreichischen Stromproduzenten veräußert, der nun Bauherr des neuen Kraftwerks ist. Nach rund 100 Jahren wurden die 14 noch in Betrieb befindlichen Maschinensätze im historischen Kraftwerk im September 2019 endgültig abgestellt, damit das neue Kraftwerk an den Innkanal angeschlossen werden konnte. Das neue Kraftwerk wird eine installierte Leistung von 188 MW, verteilt auf drei Maschinensätze mit Kaplan-Turbinen verfügen und damit 33 MW mehr als das alte Kraftwerk. Damit sollen jährlich 696 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden, das entspricht in etwa dem Jahresstromverbrauch von rund 200.000 Haushalten. Mit einer Investitionssumme von etwa 250 Millionen Euro handelt es sich um das größte Wasserkraftprojekt Deutschlands.

Die denkmalgeschützte Bausubstanz des alten Kraftwerks wird dabei bestehen bleiben und der Neubau in die vorhandene Architektur eingegliedert. Um die bestehenden Lebensräume zu schützen, wurden auch umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen verwirklicht.

Der aus der Gemeinde Saaldorf-Surheim stammende Ralph Brenner gab den Besuchern auch einen Einblick in die Dimension der Bauarbeiten. Auf der Baustelle, auf der bis zu 150 Personen beschäftigt waren, mussten zunächst bis zu 70 Meter tiefe Schlitzwände gegraben werden, die abgedichtet wurden, um die Baugrube trocken zu halten. Die Fundamente wurden ca. 45 Meter unter dem jetzigen Wasserpegel erstellt. Allein die Bodenplatte hat eine Dicke von 2,5 Metern. Obwohl auch viel Stahl als Baumaterial erforderlich war, konnten dank frühzeitiger Materialbestellungen Kostensteigerungen und Beschaffungsprobleme, wie sie derzeit im Bausektor auftreten, vermieden werden.

Beeindruckt waren die Kommunalpolitiker auch vom beruflichen Werdegang des Bauleiters Ralph Brenner, der zunächst eine Ausbildung als Maurer absolviert hat und sich zum technischen Betriebswirt und Bauleiter fortgebildet hat. Er ist ein Beispiel dafür, wie wichtig die berufliche Ausbildung ist und welche Möglichkeiten sie unabhängig von einem Studium bildet.

Besuchergruppe vor der Baustelle

Altes Wasserschloss in Töging

Die Bilder zeigen die Besucher vor dem Neubau des Kraftwerksgebäudes sowie das alte Wasserschloss neben dem neuen Gebäude

Im Freisinger Stadion fand kürzlich die Bezirksdelegiertenversammlung der Freien Wähler Oberbayern statt. Auf der Tagesordnung standen die Wahlen der Vorstandschaft der Bezirksvereinigung und des Bezirksverbands. Zum Vorsitzenden wurde erneut Florian Streibl mit große Mehrheit gewählt und bleibt so Vorsitzender der Freien Wähler Oberbayern.

Michael Koller (links) mit dem Bayer. Kultusminister Prof. Michael Piazolo

Michael Koller, wurde einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden für die Region 18 gewählt und freute sich über das hervorragende Ergebnis. Der stellvertretende Landrat des Berchtesgadener Landes nutze die Gelegenheit um mit Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazollo über die aktuelle Situation an den Schulen ins Gespräch zu kommen. 

Vor kurzem wählten die Mitglieder des Kreisverbands der Freien Wähler Berchtesgadener Land in Piding eine neue Vorstandschaft, die dadurch jünger und auch weiblicher wurde.

Nach der Begrüßung der Mitglieder erinnerte der Vorsitzende Dieter Nowak an die seit der letzten Versammlung verstorbenen Mitglieder verstorbenen verdienten Mitglieder Ludwig Prediger (Bad Reichenhall) und Lucian Breuninger (Freilassing). In seinem Bericht über die Aktivitäten des Verbands konnte der Vorsitzende viele Veranstaltungen im Rahmen des Kommunalwahlkampfs 2019/2020 aufzählen. Weiterhin wichtig seien vor allem die Themen Verkehr und Klinik im Landkreis.

Bedingt durch den unmittelbar nach den Kommunalwahlen im März 2020 anschließenden Lockdown wurde die Betätigung des Verbands zunächst ausgebremst. Daher nutzte Dieter Nowak nun die Gelegenheit, den verdienten Helfern im Wahlkampf zu danken, insbesondere Martin Strobl, der die Organisation der EDV-Arbeit und der Fototermine im Wahlkampf übernommen hat, Sabrina Stutz, die die sozialen Medien betreut hat und dem Kreisgeschäftsführer Wolfgang Heitmeier, der die Gesamtorganisation und Koordination im Wahlkampf geleitet hat.  Da Wolfgang Heitmeier für das Amt des Kreisgeschäftsführers nicht mehr antrat, dankte ihm Dieter Nowak auch besonders für seine Unterstützung und Arbeit im Hintergrund. Er habe seine umfangreiche politischen Erfahrung als Oberbürgermeister in Bad Reichenhall, Kreisrat und Fraktionssprecher der Freien Wähler in seine 12jährige Tätigkeit als Kreisgeschäftsführer eingebracht. Er sei fachlich breit aufgestellt und habe sein Wissen stets mit anderen geteilt und dadurch wertvolle Arbeit für den Kreisverband geleistet.

Neben Wolfgang Heitmeier erhielten auch die anwesenden ausgeschiedenen Kreisräte Franz Schießl und Hans Frankenbusch ein Präsent. Nach dem Bericht des Schatzmeisters Fritz Grübl über die finanzielle Lage des Kreisverbands bescheinigte Kassenprüfer Friedrich Hötzendorfer nach eingehender Prüfung eine solide Kassenführung. Die Vorstandschaft wurde daraufhin für die Jahre 2019 und 2020 einstimmig entlastet. Die Neuwahlen der Vorstandschaft wurden unter Leitung von Martin Strobl durchgeführt. Jeweils einstimmig gewählt wurden:

1. Vorsitzender: Dietrich Nowak
Stellvertretende Vorsitzende: Gisela Kaniber
Stellvertretender Vorsitzender: Michael Koller
Stellvertretende Vorsitzende: Sabrina Stutz
Schatzmeister: Fritz Grübl
Kreisgeschäftsführerin: Rosi Plenk
Referentin f. Öffentlichkeitsarbeit: Monika Veiglhuber
Kassenprüfer: Friedrich Hötzendorfer und Xaver Wurm
Beisitzer aus der Kreistagsfraktion: Martin Öttl, Brigitte Rudholzer, Thomas Resch, Daniel Längst  

Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich stellvertretender Landrat Michael Koller bei den anwesenden Ortsvorsitzenden und der Kreisvorstandschaft für die Unterstützung im Wahlkampf. Durch das Ergebnis der Kommunalwahlen seien die Freien Wähler weiterhin zweitstärkste Fraktion im Kreistag. Es sei in der Fraktion zu einem gewissen Generationenwechsel gekommen, was zu einer guten Mischung zwischen jüngeren und älteren Mitgliedern führt. Auch seien unter den 13 Fraktionsmitgliedern fünf Frauen. Neu in der Fraktion sind:

Helmut Langosch, Berchtesgaden,
Daniel Längst, Freilassing
Anita Niederstraßer, Teisendorf
Martin Öttl, 1. Bürgermeister Ainring
Sabrina Stutz, 2. Bürgermeisterin Teisendorf
Monika Veiglhuber, Saaldorf-Surheim

Auf dem beigefügten Foto sind abgebildet (von links nach rechts): Sabrina Stutz, Martin Öttl, Gisela Kaniber, Daniel Längst, Monika Veiglhuber, Dieter Nowak, Michael Koller

Auf dem beigefügten Foto sind abgebildet (von links nach rechts): Sabrina Stutz, Martin Öttl, Gisela Kaniber, Daniel Längst, Monika Veiglhuber, Dieter Nowak, Michael Koller

Verabschiedung verdienter Funktionäre

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler BGL verabschiedete vor kurzem die ausgeschiedenen Kreisräte der Fraktion. Coronabedingt war dies erst über ein Jahr nach den Kommunalwahlen im März 2020 möglich. Daher nutzte die Fraktion die Gelegenheit, den verdienten Kreisräten ihren Dank auszusprechen. Der Stellvertretende Landrat Michael Koller und Fraktionssprecherin Brigitte Rudholzer blickten kurz auf die Wahlen zurück, bei der die Fraktion mit 13 Kreistagssitzen ein Mandat mehr erringen konnte und damit zweitstärkste Kraft im Kreistag blieb. Damit einher ging auch ein gewisser Generationenwechsel, da altgediente Kreisräte nicht mehr zur Wahl antraten und in der neuen Fraktion auch viele Junge Mitglieder sind. Ausgeschieden aus der Fraktion sind Rudi Zeif (Ainring), der auch Fraktionssprecher war, Franz Schießl (Teisendorf), Rudi Schaupp (ehem. Stellvertretender Landrat, Berchtesgaden), Kaspar Stangassinger (Bischofswiesen), Stefan Pfnür (Schönau am Königssee) und Anton Plenk (Berchtesgaden).

Die Fraktion sprach neben Kreisvorstand Dieter Nowak und dem langjährigen Schatzmeister Fritz Grübl auch den ausscheidenden Mitgliedern der Kreisvorstandschaft Martin Strobl (Ainring) und Wolfgang Heitmeier (Bad Reichenhall) ihren Dank für die geleistete Arbeit aus. Michael Koller hob dabei besonders die Arbeit von Wolfgang Heitmeier hervor, der als Kreisgeschäftsführer ein geschätzter Ratgeber war und auch weiterhin ist. Er habe mit seinem umfangreichen Wissen und Erfahrungsschatz eine wertvolle Arbeit für die Fraktion geleistet. Im Rahmen der Veranstaltung stellte sich auch die Kandidatin der Freien Wähler Bayern für den Bundestag im Wahlkreis BGL/TS, Andrea Wittmann aus Truchtlaching vor. 

Im Bild von links nach rechts: Andrea Wittmann, Wolfgang Heitmeier, Michael Koller, Anton Plenk, Rudi Zeif, Brigitte Rudholzer und Franz Schießl
Im Bild von links nach rechts: Andrea Wittmann, Wolfgang Heitmeier, Michael Koller, Anton Plenk, Rudi Zeif, Brigitte Rudholzer und Franz Schießl

Am 05. Dezember 2020 verstarb Altbürgermeister Lucian Breuninger im 88. Lebensjahr. Ein persönliches Begleiten auf seinem letzten Weg verbunden mit einer verdienten Würdigung seiner Person und seiner politischen Arbeit ist uns in der Zeit der Corona-Pandemie ver­wehrt. Deshalb sollen seine Verdienste für die FWG Heimatliste Freilassing und den Kreis­verband der Freien Wähler Berchtesgadener Land mit diesem Nachruf ins Gedächtnis geru­fen werden.

Aus seiner Tätigkeit im Bauamt und später der Finanzverwaltung der Stadt Freilassing waren ihm wesentliche Teile der Verwaltungsarbeit einer Kommune bekannt. In über zwanzig Jah­ren hatte er dabei umfangreichstes Fachwissen und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und dann umzusetzen, angesammelt, als er 1981 von der Heimatliste Freilassing, heute Freie Wählergemeinschaft Freilassing, als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters als Nachfolger von Ludwig Lindner gewonnen werden konnte.

Er gewann die Wahl gegen Peter Geigl (CSU) und wurde zweimal wiedergewählt. Ganze 18 Jahre widmete er sich mit Leiden­schaft und Geschick der Entwicklung seiner Stadt Freilassing. Viele Meilensteine wie der Bau des Krankenhauses sind in den Medien schon genannt worden. Deshalb be­schränke ich mich auf Stichpunkte zu stadtübergreifenden Themen. Nach dem EU-Beitritt Österreichs ge­wann die Zusammenarbeit mit Salzburg zusätzliche Bedeutung auf vielen Ebenen. Verkehr, Wirtschaft, Kultur und Sport können beispielhaft angeführt werden. Das Techno-Z war sein Kind. Gefördert wurde das Projekt vom Freistaat und vom Landkreis. In der Kooperation mit dem Salzburger Techno-Z  ist die Idee einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Förderung eines Wirtschaftsraumes für die Zukunft angelegt worden. Diese Zusammenarbeit setzte sich mit der Euregio Salzburg-Berchtesga­dener Land-Traunstein fort, in der Lucian Breuninger lange Jahre Präsidiumsmit­glied war. Seine Mitgliedschaft im Sportausschuss des Städtetages kam den Freilassinger Sportstätten zugute. Er hatte immer beste Kenntnisse über Fördermöglichkeiten.

Von 1984 bis 2008 vertrat Lucian Breuninger die Stadt Freilassing im Kreistag des Berchtes­gadener Landes. Als Kreisrat war er von 1990 bis 2002 der Vertreter der Kreistagsfraktion in unserer Vorstandschaft. Auch die Fraktion schätzte seine Person und seine Fähigkeiten sehr. Im Jahr 1996 wurde er stellvertretender Fraktionssprecher. Dieses Amt gab er 2002 zu Gunsten von Dr. Richard Griss auf, der als Landratskandidat Georg Grabner unterlegen war, aber in den Kreistag gewählt wurde. Lucian Breuninger wollte die Arbeit des Kreistagskolle­gen unterstützen. Die Stärkung der Außenwirkung der Gruppierung und ihrer Mitglieder ging für ihn vor die Stellung der ei­genen Person. Thematisch bewies Lucian Breuninger in der po­litischen Arbeit stets seine Fähigkeit als Allrounder. Man konnte sich auf ihn verlassen. Mit dem Volksbegehren „besse­res Müllkonzept“ entstand für die Fraktion die Notwendigkeit ei­ner fundierten Meinungsbil­dung. Dazu übernahm Lucian Breuninger den eigens gegründeten Arbeitskreis „Abfall“ und lieferte aus dem Arbeitskreis heraus der Fraktion die notwendige Entscheidungsgrundlagen. In der Folge wurde er dann Verbandsrat im Zweckverband Abfall­verwertung Südostbayern beim Aufbau und Betrieb der Müllverbrennung in Burgkirchen. Hier konnte er sich für den Land­kreis und seine Bürger einbringen.

Jeder Mensch hat aber auch Steckenpferde. Für Lucian Breuninger war das u.a. die Rech­nungsprüfung. Für die Freien Wähler übte er das Amt im Kreistag für drei Perioden aus. Er war als Prü­fer genau und streng, aber mit viel Verständnis für Notwendigkeiten und größere Zusammen­hänge. Gerade wegen dieser Fähigkeit war sein Urteil immer und allseits sehr ge­schätzt.

Lucian Breuninger war stolz auf seine Stadt und den Norden des Landkreises als einem star­ken Wirtschaftsraum mit mittelständisch geprägten Unternehmen. Der Kreisrat Lucian Breuninger war nie ein Verfechter des aus der Historie heraus entstandenen Schlagwortes „Nord-Mitte-Süd“. Er pochte darauf, dass der Norden als einwohnerstärkster Teil gesehen wird und auch entsprechendes Gewicht bei der Wirtschaftskraft aufzuweisen hat. Ansonsten sah er das Miteinander verschiedener Stärken im Landkreis als notwendige und gute Grund­lage für die zukünftige Entwicklung unseres Berchtesgadener Landes.

In Trauer nahmen wir Abschied von Lucian Breuninger. Wir haben Deine Arbeit und Dich als Mensch sehr geschätzt. Du hast Ämter und Aufgaben übernommen und sie gewissenhaft und oft erfolgreich ausgefüllt, ohne Dich oder Deine Arbeit in den Vordergrund zu stellen. Wir werden Deiner und Deinen Leistungen stets in Dankbarkeit gedenken.

Lucian Breuninger

Lucian – Ruhe in Frieden.

Die Kreisvorstandschaft