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Foto Bad Reichenhall

Fünf junge Damen der Ortsgruppe „Fridays for Future“ beindruckten die zahlreich erschienen Besucher des FWG-Info–Abends mit fundiertem Wissen und eloquentem Vortrag über Klimawandel und die Forderungen, die ihre Organisation erhebt. Sie haben seit März 2019 schon drei Demonstrationen mit insgesamt 460 Teilnehmern organisiert. Und dies nicht nur an schulpflichtigen Tagen, sondern auch in den Ferien, in letzteren war die Beteiligung sogar am höchsten. In Deutschland gibt es schon etwa 400 Ortsgruppen, die basisdemokratisch organisiert und miteinander vernetzt sind. Zwar war Greta Thunberg die Auslöserin der Bewegung, jedoch steht man dem Personenkult, der insbesondere von der Presse betrieben wird durchaus kritisch gegenüber. Die Sache soll im Vordergrund stehen, nicht eine Person. Zur Sache hat die Bewegung sechs Forderungen an die Politik: Netto-Null bis 2030, Kohleausstieg bis 2030, Energiegewinnung ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen ab 2030, Ende der Subventionen für fossile Energieträger, abschalten von ¼ der Kohlekraftwerke noch in 2019, Einführung einer CO2-Steuer. Letztere würde den Liter Benzin um etwa 43 Cent, ein Kilo Rindfleisch um 2,50 € eine Flugreise von München nach Hamburg um 28,80 € und nach Australien um 2000 € verteuern. Grundlage für die Forderungen sei die Feststellung des Weltklimarats ( IPPC), wonach der Klimawandel in 11 Jahren unumkehrbar ist, sollten nicht endlich Gegenmaßnahmen getroffen werden. Die Aktivistinnen aus Bad Reichenhall betonen, dass sie keine Panik verbreiten wollten, aber die globalen Kipppunkte seien dramatisch nahe. Vom Abschmelzen der Polkappen bis zum Versiegen des Golfstromes reichten die Szenarien. Es müsse endlich Schluss damit sein, dass immer nur Politik für die Alten gemacht wird. Diese stehle der Jugend ihre Zukunft. Das wolle sie nicht mehr hinnehmen. Auch auf der lokalen Ebene könne man viel tun. So wird die Reichenhaller Ortsgruppe einen Forderungskatalog an den OB und die Stadträte übermitteln. Der sei gerade in Arbeit und beinhalte z.B. die Verbesserung der Fahrradwege, regelmäßig wenn auch nicht immer vegetarisches Essen aus regionalen Produkten beim Schulessen und in den Kantinen, ausschließliche Verwendung von Umweltpapier in der Verwaltung, weitgehender Verzicht auf Plastik und vieles mehr.

In der von Stadtrat Friedrich Hötzendorfer moderierten Fragerunde zeigten sich die Apologetinnen der Klimawende auch bei kritischen Fragen äußert sachkundig und sattelfest in allen Sachthemen. Auf Frage warum denn ausgerechnet während der Schulzeit demonstriert wird erwiderten sie lapidar, „damit wir endlich zur Kenntnis genommen werden“. Und Vergnügen sei es sicher nicht bei Kälte und  Regen auf der Straße zu stehen. Den in Konstanz vom Stadtrat beschlossenen „Klimanotstand“ sehen sie eher kritisch als reine Symbolpolitik. Den Vorwurf, dass sie nur fordern, aber keine Lösungen hätten konterten die Damen mit dem verblüffend einfachen aber zutreffenden Satz: „Es ist Aufgabe der Politik, Lösungen zu schaffen, Aufgabe der Jugend ist es, sie zu fordern“. Auch der relativ geringe Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß ist für die jungen Aktivistinnen kein Grund zu verzagen oder die Hände in den Schoß zu legen. Denn sie sehen einen großen Einfluss Deutschlands in der EU und die Tatsache, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer den Industrienationen immer nacheifern. Und da müssten wir mit gutem Beispiel vorangehen, die westliche Welt müsse die Standards setzen. FWG-Fraktionssprecher Gerhard Fuchs pflichtete bei, dass Deutschland als Industrienation vorangehen muss, das werde unserem Land nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch eher nutzen, als schaden.  Er forderte aber auch, dass die Initiative über die Eliten hinausgehen, also breiten Rückhalt in der Bevölkerung finden müsse, sonst sei sie zum Scheitern verurteilt. Dem stimmten die Abiturientinnen rückhaltlos zu: „die umweltfreundliche Zukunft muss eine sozial gerechte Zukunft sein“. Darüber waren sich zum Ende der Veranstaltung alle einig.

Die Vertreterinnen der Ortsgruppe Bad Reichenhall „Fridays for Futurre“ v.l.n.r. Sarah von Sachs, Anna Schaffert, Magdalena Spring, Klara Spring, Annemarie Procksch
Die Vertreterinnen der Ortsgruppe Bad Reichenhall „Fridays for Futurre“ v.l.n.r. Sarah von Sachs, Anna Schaffert, , Magdalena Spring, Klara Spring, Annemarie Procksch

 

Am 20. August 2018 begann Greta Thunberg sich in Stockholm auf einen Platz vor dem Parlament mit einem selbst gebastelten Schild zu setzen. Auf dem Schild steht: „Schulstreik fürs Klima“. Heute, acht Monate später ist Greta immer noch da, wenn sie nicht gerade in Davos auftritt, in Berlin, London oder Rom. 

Es sieht ganz so aus, als habe die Welt darauf gewartet, dass ein Teenager auftritt und mit ruhiger Stimme aber bestimmt sagt: „Ihr stehlt uns unsere Zukunft“.Was seit August 2018 passierte, ist kaum zu fassen. Ihr Vater nennt es eine Saga. Greta sprach vor dem italienischen Parlament, vor dem Unterhaus in London, vor dem Europaparlament. „Wir stehen vor einer existenziellen Krise, und Ihr ignoriert das einfach, das macht uns zornig“ sagt Greta. Sie ist für den Nobelpreis nominiert, sie bekommt aber auch Morddrohungen. „Verhaltensgestört“ wurde sie von AfD-Politikern genannt, ein Opfer von „Kindesmissbrauch“. Aber sie ist nicht mehr alleine. Sie hat sie nicht geschaffen, die Fridays for Fututre-Ortsgruppen.

Aber sie war der Auslöser. Europaweit gehen Jugendliche nicht nur am Freitag auf die Straße und fordern endlich eine bessere Klimapolitik. Auch in Bad Reichenhall hat Greta ein Feuer entfacht. Auf  Initiative von Klara und Magdalena Spring organisieren junge Menschen Kundgebungen für den Klimaschutz. Was bewegt die angeblich so desinteressierte Jugend plötzlich dazu, sich zu engagieren? Wie organisieren sie sich? Was ist ihr Ziel? Wollen sie weiter machen und wenn ja wie lange oder ist es eine Eintagsfliege?

Die Organisatorinnen der Fridays for Future Demos in Bad Reichenhall werden darüber auf dem Info-Abend der FWG am Montag, den 06. Mai 2019 ab 19:30 Uhr, in den Poststuben berichten und Rede und Antwort stehen. Ein spannender Abend erwartet alle Besucher.

In der Sitzung des Stadtrats vom März 2019 soll nach Ankündigung des Oberbürgermeisters der neue Eigentümer des Alpenhotels Fuchs seine Planung zu einem Chaletdorf in Nonn vorstellen.

Dies nahm die FWG Bad Reichenhall zum Anlass, eine ähnliche Einrichtung in Ainring, das Bayernchalet des singenden Wirts Thomas Berger zu besichtigen. Zahlreich waren interessierte Bürger und sogar Stadträte aus der SPD-Fraktion zu dem Termin erschienen.

In einem Parforceritt führte der Hausherr die Gruppe durch sein Dorf mit knapp 20 Chalets, jeweils ausgestattet mit einer Sauna, einem Whirlpool und allen Annehmlichkeiten, die ein anspruchsvoller Gast im 5-Sterne Segment heute erwartet und erwarten darf. Das Ensemble hat darüber hinaus einen Wellnessbereich mit etwa 3000 Quadratmetern, über einem kleinen See thront die kleine Franziskus-Kapelle von der man einen herrlichen Blick auf die Stadt Salzburg hat.

Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, berichtete Thomas Berger von den Schwierigkeiten während der Planung und des Baus, die ihm von neidenden Nachbarn und einzelnen Bedenkenträgern in der Verwaltung gemacht wurden, versäumte aber nicht die tatkräftige Unterstützung durch Ainrings Bürgermeister Eschlberger, das Landratsamt und die Regierung von Oberbayern zu erwähnen.

Jetzt ist sein Projekt fast fertig und in Betrieb. Die Auslastung ist, so Berger, hervorragend und das bei mehr als auskömmlichen Preisen.

In der anschließenden Fragerunde war natürlich Schwerpunkt, ob man sich so etwas auch in Nonn vorstellen kann. Klar war allen Anwesenden, dass zunächst der städtebauliche Aspekt an erster Stell zu prüfen ist. An so exponierter Stelle, wie das Alpenhotel Fuchs muss mit Sorgfalt und behutsam geplant werden. Gerade weil es schon einige Bausünden aus jüngster Zeit in Nonn gibt, darf dieser Trend auf keinen Fall fortgesetzt werden. Dass ein Chaletdorf diesen Anspruch eher erfüllen kann, als ein großvolumiges Hotelgebäude, darüber bestand grundsätzlich Einigkeit; Bedenken wurden jedoch wegen des schlechten Verhältnisses zwischen Flächenverbrauch und Bettenzahl vorgebracht. Wichtig war aber auch die rechtliche Absicherung gegen die Bildung einer Splittersiedlung, also die Gefahr, dass die einzelnen Häuser in Zukunft einzeln verkauft und damit einer touristischen Nutzung entzogen werden könnten.

Jedenfalls kam klar zum Ausdruck, dass die Runde einem Chaletdorf in Nonn grundsätzlich positiv gegenüber stand, man nun aber gespannt auf die Pläne der Eigentümer wartet, um prüfen zu können, ob diese sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Die anwesenden Stadträte von FWG und SPD sind jedenfalls gut vorbereitet für die zu treffende Entscheidung.

Die Abordnung aus Bad  Reichenhall mit dem Hausherrn (Bildmitte)

Die Abordnung aus Bad  Reichenhall mit dem Hausherrn (Bildmitte)

Die Bad Reichenhaller Freien Wähler laden am kommenden Montag, den 04.02. zu einer Besichtigung des Ainringer Chaletdorfes der Familie Berger ein.

Herzlich willkommen hierzu sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr am Parkplatz Stadtmitte Bad Reichenhall (ehemaliges Gelände der Stadtwerke). Von dort aus geht es in Fahrgemeinschaften nach Ainring. Im Anschluss an die Besichtigung des Chaletdorfes ist eine Einkehr ins Heurigenlokal der Familie Berger geplant.

Natürlich besteht wie immer die Gelegenheit zur Diskussion mit Stadträten und Vorstandsmitgliedern. Über zahlreiches Teilnehmen aus der Bürgerschaft würde sich die Bad Reichenhaller FWG sehr freuen. 

Bei einer ersten von zahlreichen geplanten Aktionen hat die FWG Bad Reichenhall kommunalpolitisch interessierte Bürger zu einem Info - Abend eingeladen. Von der Anzahl der erschienen Bürger war die FWG- Führung positiv überrascht. In politisch turbulenten Zeiten, in denen immer extremere Positionen links und rechts vom Spektrum der FWG geäußert werden, ist es wichtig, sich politisch treu dem Motto „wehret den Anfängen“ zu engagieren, so die FWG in Ihrer Pressemitteilung.

Die Position der FWG wurde auch deutlich durch die Kurzvorträge die gehalten wurden. Unabhängig, politisch weder rechts noch links, nur der Sache, der Stadt, ihren Bürgern und dem Gemeinwohl verpflichtet. Das hat die erschienen Bürger offenbar überzeugt. Die Resonanz war äußerst positiv und der Vorstand konnte sich über einige Aufnahmeanträge freuen. Wer weiß, vielleicht wurde der/die eine oder andere neue Stadtrat/Stadträtin an diesem Tag in die FWG aufgenommen. Weitere Veranstaltungen in diesem Sinne sollen demnächst folgen.