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zeif rudiÜberraschend mussten die FREIEN WÄHLER vom Tod von Rudi Zeif erfahren. Im Alter von nur 67 Jahren ist er nach kurzer schwerer Erkrankung verstorben. Er war ein Kommunalpolitiker im besten Sinne. Wir verlieren mit ihm ein langjähriges und sehr aktives Mitglied in der Wählervereinigung Freie Wähler Ainring und im Freie Wähler Kreisverband Berchtesgadener Land. 1996 ist er in den Gemeinderat Ainring ge­wählt worden. Im Jahr 2002 kandidierte er für die Freien Wähler Ainring für das Amt des Bür­germeisters. Leider war es ihm versagt in die Stich­wahl zu kom­men. Sein Motto „Einer von uns. Einer für uns“ aus diesem Wahlkampf hat er als Gemeinderat bis 2008 und auch als Kreis­rat von 2002 bis 2020 beherzigt und in die Tat umge­setzt. Im Ju­gendhilfeausschuss, im Rettungszweckverband und in den Jah­ren 2014 bis 2020 auch noch im Kreisausschuss und als Frakti­onssprecher der Freien Wähler im Kreistag brachte er seine Fä­higkeiten und Kenntnisse in den Dienst für die Allge­meinheit ein. Sitzungen und Besprechungen forderten viele Stunden seiner Zeit. Er opferte sie gerne. An dieser Stelle dür­fen wir aber seine Frau Maria und seine Familie nicht verges­sen, deren großer Rückhalt ihm diesen Einsatz erst ermöglicht hat.

Seine Einsatzbereitschaft und seine Tatkraft haben uns beein­druckt und werden uns für immer ein Vorbild und Ansporn sein.

Von 1995 bis 2013 war er zum Kreisbrandrat bestellt. Ein Amt für die Beratung des Landratsamtes in allen Angelegenheiten des Brandschutzes und den damit verbundenen Bauangelegen­hei­ten. Eine Aufgabe die Rudi Zeif gewissenhaft erfüllte.  Zusätzlich war er lange Jahre Verbandsrat im Zweckverband Rettungs­dienst und Feuerwehralarmierung Traunstein. Maßgeblich war er an der Neustrukturierung der Feuerwehralarmierung über die In­tegrierte Leitstelle beteiligt.

Aber es gab auch andere Stunden und Tage. Mehrfach hat er Großeinsätze und Katastrophen erfolgreich geleitet. Erinnern wir uns an das Eishallenunglück in Bad Reichenhall. Ein Ein­satz über die Tage vom 2.1.2006 bis 5.1.2006. Rudi war als Kreis­brandrat der Koordinator der Einsatzkräfte, nachdem der Land­rat in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister den Kata­stro­phenfall ausgerufen hatte. Eine tagelange Suche nach Ver­un­glückten und deren Bergung - eine physische und psy­chi­sche Grenz­belastung für die Ange­hörigen und die Rettungs­kräfte. In diesen Momenten zeigte er, wie viele an­dere Helfer auch, zu welchen Leistungen ein Mensch in einer Extremsitua­tion fähig ist. Seine Erfahrungen aus der Einsatzlei­tung gab Rudi dann in den Folge­jahren deutschlandweit im Rahmen von Fort­bildungen für Ret­tungskräfte weiter. Das Thema Eishalle hat den Menschen Rudi Zeif deshalb nachhaltig geprägt.

Neben den öffentlichen Ehrenämtern und Tätigkeiten war Rudi auch ein geselliger und feinfühliger Mensch mit hoher Empathie und Interesse für seine Mitmenschen. Ich erinnere mich an den Advent 1988. Mein Vater war Anfang November verstorben. Ich traf Rudi zufällig und erzählte, dass meine Mutter deshalb Weih­nachten nicht feiern wollte. Ein paar Tage später stand Rudi vor unserer Haustür und drückte meiner Mut­ter einen Christbaum mit den Worten in die Hand: Kurt hätte ge­wollt, dass ihr Weihnachten feiert. Eine Geste ohne Öffent­lichkeit von Mensch zu Mensch, die uns damals Kraft gegeben hat.

Mit Rudi Zeif verlieren wir einen echten und verlässlichen Freund. Er konnte zuhören und helfen, wann immer es notwen­dig war. Wir werden ihn sehr vermissen.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Frau Maria und sei­nen Söhnen Rudi und Andi mit ihren Familien.

Wir werden seiner immer ehrend gedenken.

Rudi ruhe in Frieden.

Dietrich Nowak

Nach der Begrüßung der Anwesenden durch Vorstand Dieter Nowak und vor dem Eintritt in die Tagesordnung erhob sich die Versammlung von den Plätzen. Man ge­dachte den im Jahr 2022 verstorbenen Herrn Willi Wiesbacher (Kassier von 1991 – 2022, Gemeinderat von 1990 – 2002) und Herrn Franz Wimmer.

Zu Beginn seines Berichtes erläuterte Dieter Nowak, dass er wegen Corona und der Suche nach Kandidaten für die anstehenden Neuwahlen die Mitgliederver­sammlung erst so spät einberufen hat. Wegen Corona war ihm wichtig, keinesfalls einen Hot­spot zu schaffen. In seinem Bericht konzentrierte sich Nowak auf den letzten Kom­mu­nalwahlkampf. Das eigene Wahlkampfteam war leidenschaftlich und engagiert tä­tig. Es wurde ein überzeugender Wahlkampf geführt. Unsere Veranstaltungen wur­den von den Wählern zahlreich be­sucht. Das Wahlergebnis war hervorragend. Bei einem verkleinerten Gemeinderat stellen wir nun den Bürgermeister und acht Ge­meinderäte. Damit sind wir prozentual stärker als im vorhergehenden Gemeinderat. An dieser Stelle dankte Nowak allen Helfern und Unterstützer für ihren engagierten, leidenschaftlichen und zeitaufwändigen Einsatz und die hervorragende Zusammenarbeit. Nowak schloss seinen Bericht mit dem Hin­weis, dass er 2022 vier Vereinsmitgliedern zu hohen Geburtstagen persönlich gratu­lieren konnte.

Für den verstorbenen Kassier Willi Wiesbacher übernahm Nowak auch den Bericht des Kassiers. Trotz der Kosten für den Wahlkampf sind die Finanzen dank der Mit­gliedsbeiträge und der Spenden geordnet.

Die Kassenprüfer Peter Hogger und Josef Dusch hatten die Kasse geprüft. Sie be­stätigten eine gewissenhafte und sorgfältige Kassenführung. Es wur­den keine Bean­standungen festgestellt. Sie beantragten deshalb die Entlastung des Kassiers und der Vorstandschaft. Die Entlastung wurde einstimmig und ohne Enthal­tung erteilt.

Zum Wahlleiter für die nun anstehenden Neuwahlen ernannte die Versammlung den 3. Bürgermeister Martin Strobl und zum Wahlhelfer Alois Lechner. Die Abstimmung erfolgte auf Wunsch der Versammlung per Akklamation. Es wurden jeweils ohne Ge­genkandidat und ohne Gegenstimme und Enthaltung einstimmig gewählt:

Dieterich Nowak, 1. Vorstand
Stefanie Schnellinger, 2. Vorstand
Julia Eberl, Kassier
Manfred Nowak, Schriftführer
Peter Hogger, Kassenprüfer
Josef Dusch, Kassenprüfer

Alle Gewählten erklärten, dass sie die Wahl annehmen.

Bürgermeister Martin Öttl war beruflich verhindert. Deshalb berichtete 3. Bürgermeister Martin Strobl über die Arbeit im Gemeinde­rat. Trotz Corona steht die Gemeinde Ainring finanziell gut da. Eine Sozialraumanalyse und ein Verkehrsgutach­ten wurden auf den Weg gebracht und nützen uns jetzt bei der Entscheidungsfindung und bei der Argumentation bei der Problembearbeitung. Ein Rufbus konnte zur Ver­besserung des ÖPNV eingerichtet werden. Mit der Firma Giganetz konnte ein Part­ner für den flächendeckenden Breitbandausbau gewonnen werden. Auch vielfältige Baumaßnahmen prägen die Arbeit im Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung. Stichwortartig lassen sich dazu auflisten: der Radweg von Thundorf nach Vachenlueg, Baugebiet an der Thundorfer Schule und in Bruch Römerstraße, betreu­tes Wohnen in Mitterfelden und Ainring, zusätzlicher Kindergarten in Mitterfelden und auch Projekte zum Hochwasserschutz.

Strobl betonte dabei ausdrücklich die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im gesamten Gemeinderat. Nur dieses Miteinander machte es möglich so viel für unsere Bürger zu erreichen. Im Anschluss zu seinem Vortrag beantwortete Strobl alle Fra­gen der Versammlung.

Bevor er die Versammlung schloss, bedankte sich Nowak noch bei Andrea Lämmlein, die nicht mehr für das Amt des zweiten Vortandes kandidiert hatte mit ei­nem kleinen Präsent.

In der vergangenen Sitzung des Ainringer Gemeinderates beantragt der Fraktionssprecher der FW Ainring, Stefan Eberl, sog. BikeRepair-Stationen in der Gemeinde Ainring. Eberl führte dazu aus:

"Die individuelle Mobilität der Zukunft sieht den Fahrradverkehr als wesentlichen Baustein. Gerade für kurze Strecken soll das Fahrrad noch mehr an Attraktivität gewinnen. Die Initiativen zur Schaffung von Fahrradschnellwegen bzw. zur Verbesserung der Fahrradwege begrüßt unsere Fraktion ausdrücklich.

Als weiteren Baustein sehen wir an verschiedenen geeigneten Stellen die Installation von Fahrradstationen (BikeRepair). Es handelt sich dabei um fest installierte Anlagen, an denen der Fahrradfahrer die Möglichkeit hat, Luft in die Reifen zu pumpen und kleinere sowie mittlere Reparaturen am Fahrrad durchzuführen. Das dafür erforderliche Werkzeug ist fest mit den Stationen verbunden und kann kostenlos genutzt werden. Idealerweise sollten diese Stationen wo möglich auch überdacht werden (nur Dach, keine Seitenwände), um einen gesicherten Unterstand zu bieten."

Beispiel einer BikeRepair-Station

Er bat Bürgermeister Martin Öttl, den Antrag bei nächster Gelegenheit in den zuständigen Gremien zu behandeln.

Zur Begründung führte Eberl aus, dass auch die Gemeinde Ainring gefordert ist, ihren Teil zur Steigerung der Attraktivität des Fahrradverkehrs beizutragen. Geeignete Radwege seien dabei sehr wichtig. Genauso wichtig sehen es die Freien Wähler aber, dass man bei einem Defekt das Fahrrad schnell reparieren kann. In anderen Ländern haben sich diese Fahrradstationen bereits an viel frequentierten Radwegen etabliert und stellen eine ideale Ergänzung dar.

Die Kosten für eine Station belaufen sich auf ca. 2.000 € brutto. Dazu kommen noch Kosten für die feste Verankerung im Boden (Betonfundament) und ggf. einer Überdachung. Die Stationen lassen sich weitestgehend wartungsfrei betreiben, so dass nicht mit großen Folgekosten zu rechnen ist.

Jede Station verfügt über eine Luftpumpe und diverses Werkzeug wie Zangen, Gabelschlüsseln, Imbus-Schlüssel, Schraubendreher und vieles Mehr. Die Werkzeuge sind mit einem festen Kabel an der Station angebracht und können bis zur gewünschten Länge herausgezogen werden.

Die Freien Wähler schlagen folgende Stellen für eine Installation vor:

  • Brücke in Hammerau
  • Beim (dann neuen) Steg in Hausmoning / Siezenheim
  • Am Rathaus
  • Entlang des Radweges nach Thundorf (genaue Stelle offen)
  • Am Radweg Mitterfelden – Perach an der Einmündung Schiffmoning
  • Am Ainringer Erlebnisbad

Beispiel einer BikeRepair-Station

Beispiel einer BikeRepair-Station

Knapp 150 Besucher machen Frühschoppen zu einem vollen Erfolg

„Ich wäre gerne Euer Bürgermeister!“ Mit diesem Zuruf an die Besucherinnen und Besucher im vollen Saal im Haus der Kultur in Ainring beendete Bürgermeister-Kandidat Martin Öttl seine sehr emotionale Rede beim Weißwurst-Frühschoppen der FREIEN WÄHLER. Zuvor hatte sich Öttl noch einmal den vielen Anwesenden vorgestellt.

In seiner Rede ging Öttl neben seiner Vita noch einmal auf wesentliche Ziele und Themen der FREIEN WÄHLER Ainring ein. Er stehe ohne wenn und aber für den Erhalt aller Schulstandorte in der Gemeinde und möchte vor allem die Mittelschule wieder neu beleben. Auch die Idee eines gemeindlichen Veranstaltungssaales mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten für Vereine, Privatpersonen und Gastronomiebetriebe stellte er noch einmal ausführlicher vor.

Speziell auf die Landwirtschaft ging Öttl ein und stellte klar, dass die Gemeinde viel mehr als bisher auf die Bauern eingehen und ihnen zuhören muss. „Die Landwirte tragen unsere Gesellschaft. Sie sind es, die sich um unsere Natur kümmern. Keine Landwirte – keine Heimat. So einfach ist das!“, so der Bürgermeister-Kandidat. In diesem Zuge ging er auch auf den Tourismus ein, der in Ainring zwar eine untergeordnete Rolle spielt, aber neben einigen wenigen Hotelbetrieben auch kleinen Vermietern Chancen eröffnet. Auch der Fremdenverkehr müsse wieder gestärkt werden, verdeutlichte der FREIE-WÄHLER-Kandidat.

Öttl brachte auch eine neue Idee zur Entwicklung von Gewerbeflächen der FREIEN WÄHLER auf den Tisch. Er möchte gerne diskutieren und prüfen, ob Grundstücke der Gemeinde künftig nur noch im Wege von Erbpacht als Gewerbeflächen vergeben werden. „Ist eine Fläche erst einmal ausgewiesen und verkauft, hat die Gemeinde kein oder nur noch sehr wenig Mitsprachmöglichkeit. Wenn ein Betrieb seinen Standort verlagern möchte, eine Umnutzung stattfinden soll oder gar Flächen abtreten will, dann können wir als Gemeinde mitreden.“, so Öttl. Es mache für ihn viel Sinn, gerade hier anzusetzen. „Wenn wir nicht mehr verkaufen, sondern verpachten, dann haben wir Einfluss darauf, welcher Betrieb bei uns tätig ist und was er macht. So können wir besser auf unsere Heimat schauen.“, resümierte Martin Öttl.

Emotional wurde es, als Öttl im Rahmen seiner Rede mit sehr persönlichen Gedanken an den jüngst verstorbenen Pfarrer Hans-Hermann Holm-Elin erinnerte. Er sei stolz darauf gewesen, dass er von Pfarrer Holm-Elin getraut worden ist. „Ja, bei einigen Menschen ist unser Pfarrer nicht immer gut angekommen, und dennoch war er für mich ein Mensch, zu dem ich aufblicken konnte.“, bedauerte Öttl den Tod des Seelsorgers, der seit 43 Jahren in Thundorf und Ainring gewirkt hatte.

Zum Abschluss seiner Rede bedankte sich Öttl zunächst bei seiner Familie dafür, dass sie ihn immer bestärkt und unterstützt habe. Ohne die Zustimmung seiner Frau Gerti und seiner Familie wäre er nicht angetreten und er hätte die kräftezehrende Zeit auch nicht geschafft. „Meine Familie steht auch in der Zukunft hinter mir und unterstützt mich vorbehaltlos, sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden.“, so Öttl. Seiner Frau dankte er mit einer zärtlichen Umarmung und einem Blumenstrauß.

Dank sprach Öttl auch den FREIEN WÄHLER aus. In den vergangenen Wochen und Monaten sei eine große Freundschaft unter den Kandidaten entstanden. Er sprach von einer Mannschaft, die voll und ganz zueinandersteht und Großes geleistet habe. Den größten Dank aber sprach Öttl nicht nur den Anwesenden, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern aus. „Ich habe in den letzten Wochen und Monaten so viele Leute kennen lernen dürfen, so viel Erfahrungen gesammelt und so viel Zuspruch erhalten, dass ich überwältig bin. Sie haben mir immer Mut zugesprochen und uns darin bestärkt einen sachlichen Weg ohne Anfeindungen zu gehen. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.“, so der sympathische Kandidat. „Es gab so manchen, der uns Knüppel zwischen die Füße geworfen hat. Es gab so manchen, der meinte es geht jetzt um seine Macht und seinen Einfluss. Nein, es ist nie darum gegangen. Es geht darum, wie wir künftig gemeinsam miteinander unsere Heimat gestalten wollen.“, endete Martin Öttl seine Rede und erntete einen langanhaltenden, donnernden Applaus.

Nach der Vorstellung der Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten, die geschlossen auf der Bühne standen und sich erneut als unschlagbare Mannschaft präsentierten, trat der Landrats-Kandidat der FREIEN WÄHLER Berchtesgadener Land, Michael Koller, ans Podium. Geschickt knüpfte er an die Rede von Martin Öttl an und stellte in seiner locker-lässigen und doch fachlich sehr fundierten Art sich und seine Ziele vor.

Er berichtete davon, dass in der Wahlversammlung der FWG in Piding unter anderem auch der Kabarettist Stefan Schimmel aufgetreten ist und die Wahl treffend vorstellte: „Wenn der Kandidat der CSU zum Landrat gewählt wird, dann ändert sich im Kern nicht viel, wenn der von den FREIEN WÄHLERN gewinnt, dann bekommen sie im Landratsamt einen Koller.“ Die Stimmung im Saal steigerte sich immer mehr und Koller lief zur Hochform auf. Neben den Themen Mobilität und öffentlicher Personennahverkehr, ging er auch auf die Unterstützung der Vereine und den Erhalt und Ausbau der Bildungsregion ein. „Traunstein hat uns mit dem Bildungscampus schon fast den Rang abgelaufen. Wir müssen Gas geben und unsere Schulen stärken.“, so Koller. Die Herzen der Zuschauer flogen ihm direkt zu, als er über das Thema Generationengerechtigkeit referierte. Er verwehrte sich der These, dass die ältere Generation „Schuld“ habe, dass die Welt eine Klimakrise hat. „Meine Großeltern sind nie mit dem Kreuzfahrtschiff um die Welt gefahren und sind nie in den Urlaub geflogen. Im Gegenteil. Zu Weihnachten wurde das Geschenkpapier glattgestrichen und ausgebügelt, damit man es wiederverwenden kann. Unsere Senioren waren sparsam und haben die Grundlage dafür gelegt, dass es uns heute so gut geht.“, gab sich Koller kämpferisch. Im Saal war man sich einig, dass Koller nicht nur ein sehr guter Kandidat ist, sondern auch ein sehr guter Landrat wäre.

Nur kurz trat dann der Fraktionssprecher der FREIEN WÄHLER Ainring, Martin Strobl, ans Pult. Der Teil „Rückblick“ sollte eigentlich entfallen, doch aufgrund der aggressiven Berichterstattung der CSU mit Leserbriefen und Artikeln, wolle er noch kurz Stellung dazu beziehen. „Die Aussagen im Leserbrief von Frau Noreisch und im Artikel der CSU sind so nicht korrekt. Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen. Wir FREIE WÄHLER wollen uns weder am Mitbewerber abarbeiten, noch Nachtreten. Wir stehen für einen Neuanfang und wollen in allen Belangen bei Null anfangen. Wir werden nicht aus der Distanz und Anonymität mit Leserbriefen und Postings in sozialen Netzwerken reagieren. Sollte jemand Probleme haben, dann sind wir gerne zu persönlichen Gesprächen bereit, denn mit dem Reden kommen die Leute zusammen und nicht mit Leserbriefen und Facebook.“, so Strobl.

Abschließend stellten Gemeinderat Stefan Eberl und der jüngste Kandidat, Maxi Wiesbacher, noch einige Themen näher vor. Neu ist beispielsweise die Idee einer Ainringer Bonus-Karte. Jeder Gemeindebürger kann sie im Internet herunterladen und erhält dann bei einem Einkauf bei Betrieben in der Gemeinde für bestimmte Einkaufswerte einen Stempel. Ist eine bestimmte Zahl an Stempeln erreicht, dann erhält er von der Gemeinde Ainring einen Bonus, z.B. in Form von verbilligten Eintritten in das Erlebnisbad oder ähnliches. „Mit dieser Idee wollen wir unsere Nahversorgung und unsere Gewerbebetriebe zumindest ein wenig unterstützen und die Wertschöpfung in der Gemeinde halten. Der Verwaltungsaufwand ist gering und die Einzelhändler haben unter Umständen einen Vorteil davon. Das ist eine unserer Ideen zur Wirtschaftsförderung.“, berichtete Stefan Eberl.

Neben den ganzen politischen Themen amüsierten sich die Besucherinnen und Besucher und wurden bestens mit frischen Weißwürsten einer lokalen Metzgerei und Brezen einer Bäckerei aus der Gemeinde versorgt. Auch das Freibier durfte nicht fehlen. Untermalt wurde die Versammlung von einer Jugendabordnung der Musikkapelle Ainring, die zünftig aufspielte und sichtlich Freude daran hatte. Nach vielen guten Gesprächen endete der Frühschoppen schließlich am frühen Nachmittag mit vielen zufriedenen Gesichtern.

Martin Öttl

Der Bürgermeister-Kandidat der FREIEN WÄHLER, Martin Öttl, bei seiner emotionalen Rede

Michael Koller

Viele Besucher

Viele Besucher

Viele Besucher

Westtangente, stark zunehmender Verkehr und fehlender Schutz dominieren Infoveranstaltung

Mehr als 100 Besucher, eine positive Aufbruchsstimmung und viele Zukunftsthemen – das war das Fazit der vorletzten Wahlinformationsveranstaltung der FREIEN WÄHLER am vergangenen Freitag im Gasthaus Doppler. Selbstbewusst stellte Bürgermeister-Kandidat Martin Öttl sich und seine Themen vor und gewann dabei die Herzen der Besucher.

Nach der Begrüßung durch den Ortsvorsitzenden Dietrich Nowak ging zunächst der Gemeinderatskandidat Christian Stehböck ans Rednerpult. Er gab sehr persönliche Gedanken von sich und stellte dar, wie er sich einen Bürgermeister vorstelle. Ehrlich, authentisch, bodenständig, sympathisch, und noch viele weitere positive Charakterzüge sind es, die einen Rathauschef ausmachen. Er müsse gut zuhören, die Menschen begeistern und das Miteinander stärken können. Handschlagsqualität und Führungsfähigkeit sind dabei wichtiger als gute Rhetorik und politische Erfahrung. Der neue Bürgermeister sollte sich unvoreingenommen den anstehenden Themen widmen und neue Blickwinkel einbringen. Dabei soll seiner Ansicht nach das Miteinander im Vordergrund stehen, damit sich die Gemeinde Ainring noch besser entwickeln kann.

Im Anschluss daran stellte sich Martin Öttl vor. Der 39jährige Bürgermeister-Kandidat aus Bach bei Thundorf ist verheiratet, hat zwei Töchter und ist als Verkaufsleiter in einem Groß- und Außenhandelsunternehmen tätig. Bereits auf drei Versammlungen präsentierte Öttl sein Team und sich. Auch dieses Mal wollten sich mehr als 120 Besucher über die FREIEN WÄHER informieren.

Neben seiner Person stellte Öttl aber auch Themen, Ziele und Visionen vor, die er in den kommenden Jahren als erster Bürgermeister verfolgen will. „Vor allem im Bereich Verkehr und Infrastruktur gibt in der Zukunft große Herausforderungen. Sehr am Herzen liegt mir dabei der Schutz unserer Bevölkerung vor dem immer größer werdenden Verkehrsaufkommen. Es ist unsere Pflicht, die Bürgerinnen und Bürger vor den Emissionen des Straßenverkehrs zu schützen.“, so Öttl in seiner Rede. „Emissionen reduzieren, Verkehr verringern, öffentlichen Nahverkehr stärken und ausbauen, das sind unsere großen Herausforderungen. Damit man erkennt, an welcher Stelle Handlungsbedarf besteht, möchte ich schnellstmöglich ein Verkehrsgutachten von einem unabhängigen Planer erstellen lassen und die dort aufgezeigten Bereiche konsequent angehen.“, stellte der Bürgermeister-Kandidat klar.

Die große Geschlossenheit der FREIEN WÄHLER demonstrierten im Anschluss die Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten. Ausnahmslos alle Bewerber waren anwesend und stellten sich den Besuchern persönlich vor. So unterschiedlich die Beweggründe für die Kandidatur jedes Einzelnen sind, so groß ist der Zusammenhalt der Gruppe. Alle traten als geschlossene Einheit auf und stellten sich hinter den Bürgermeister-Kandidaten Martin Öttl.

Dass den FREIEN WÄHLERN nicht nur der Verkehr am Herzen liegt, zeigte Fraktionssprecher Martin Strobl in seinem Rückblick auf. Vor knapp 18 Jahren wurden die Ortsteile Perach und Heidenpoint von Starkregenereignissen heimgesucht, in deren Folge unzählige Keller und Häuser überschwemmt wurden. „Es waren die FREIEN WÄHLER angeführt vom damaligen Fraktionssprecher Herbert Meigel, die immer wieder darauf drängten, dass der Hochwasserschutz verbessert wird.“, erinnerte Strobl. In der Tat sei auch einiges passiert und es wurden Retentionsflächen geschaffen, Überlaufbecken erstellt und Ausbaumaßnahmen getätigt. Für Strobl ist das aber noch nicht genug. „Mir ist klar, dass es in den letzten Jahren kein derartiges Ereignis mehr gab und viele vielleicht befremdlich auf das Thema reagieren. Wer aber schon einmal einen Meter Wasser im Keller stehen hatte, der weiß, wie wichtig es ist, vorzubeugen.“, mahnte der Fraktionssprecher. „Wir müssen den Hochwasserschutz ständig im Blick haben, Verbesserungen prüfen und die Gewässer in Ordnung halten, damit das nie wieder passiert.“

Ein spannendes Thema sprachen im Anschluss Gemeinderat Stefan Eberl und der junge Kandidat Maxi Wiesbacher an: die sogenannte Westtangente. Sie erklärten zunächst den Status quo in Bezug auf die Umfahrung von Freilassing bzw. Perach und legten dar, dass es derzeit keine konkreten Planungen gibt. Einerseits muss es auch im Interesse der Gemeinde sein, die Bewohner der Hallerstraße von dem massiven Verkehr zu entlasten, andererseits dürfe man keine neuen Belastungen an anderer Stelle schaffen. Die Westtangente ist Teil des Flächennutzungsplanes, aber für die FREIEN WÄHLER nicht mehr als eine Willenserklärung. „In der aktuell dargestellten Form wollen wir von den FREIEN WÄHLERN die Westtangente sicher nicht. Wir bekommen zu viel Verkehr nach Perach und wissen dann ja gar nicht, wo wir eine Umfahrung weiterführen.“, erklärte Eberl. „Wir brauchen ein schlüssiges Verkehrsgutachten und zwar bald. Die Verwaltung hat bereits vor Jahren aufgezeigt, dass eine Westtangente mit Anschluss an den Kreisverkehr bei Freilassing Süd komplett auf Freilassinger Stadtgebiet möglich ist. Das wäre eine richtig gute Variante, die man mit der Nachbarstadt diskutieren muss.“, ergänzte Stefan Eberl.

In der anschließenden Diskussion gab es Fragen und Hinweise zum Bau des Geh- und Radweges in Adelstetten, zur Ampelanlage in Heidenpoint sowie zu einem möglichen Gemeindebus. Martin Öttl, der die Diskussion leitete, bedankte sich zum Abschluss bei allen Besuchern und lud die Bevölkerung zur großen Abschlussveranstaltung der FREIEN WÄHLER am kommenden Sonntag, den 8. März, ab 11 Uhr, ins Haus der Kultur in Ainring zu einem zünftigen Weißwurst-Frühstück mit musikalischer Begleitung ein. Auch der Landrats-Kandidat der FREIEN WÄHLER Berchtesgadener Land, Michael Koller aus Berchtesgaden, wird anwesend sein und sich vorstellen.

Ampel in Perach

Auch die Ampel in Perach war Thema bei der Wahlinformationsveranstaltung der FREIEN WÄHLER. Fraktionssprecher Martin Strobl fand nicht nur lobende Worte zur Ampelanlage und wurde durch spontanen Applaus der Besucher in seiner Ansicht bestätigt. Angeblich wird nun erneut nachgebessert und die Abbiegespur aus Mitterfelden kommend verbreitert.

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Dietrich Nowak

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