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Berchtesgaden-Karte, freier Ausblick und die längste Kugelbahn der Welt

Freie Wähler wollen Nebensaison für Gäste wie Einheimische attraktivieren

Über mehr als 30 Gekommene und deren Meinungen und Vorschläge zur Stärkung der Nebensaison freute sich der Vorsitzende der Freien Wähler Schönau am Königssee Stefan Kraus im Gasthaus Unterstein. FW-Gemeinderäte und touristische Leistungsträger sowie Michael Wendl und Teresa Hallinger vom Bergerlebnis kamen mit dem Ziel zusammen, gute Ideen für die Zukunft zu entwickeln, von denen sowohl Gäste als auch Gastgeber als auch Einheimische profitieren.

Gemeinderat und Verbandsrat im Tourismusverband Thomas Janzen berichtete über den Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden, der "gut da steht". Er lobte die hervorragenden Mitarbeiter und forderte, sich auf die Förderung des Tourismus im Talkessel mit dem Ziel einer Steigerung der Übernachtungsgäste in der Nebensaison zu fokussieren. Ein Vorschlag dazu ist die Einführung einer "Berchtesgaden-Karte", also einer Vorteilskarte, die für Übernachtungsgäste der Nebensaison Ausflugsziele inkludiert. Der Übernahme der Landkreisaufgabe öffentlicher Nahverkehr - Rufbussystem für den ganzen Landkreis steht Janzen kritisch gegenüber.

Michael Wendl und Teresa Hallinger, Geschäftsleiter bzw. Abteilungsleiterin Destinationsmanagement Bergerlebnis Berchtesgaden, informierten über die aktuellen Zahlen. 75% der Übernachtungen entfallen auf die Hauptsaison vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, lediglich 25% auf die Nebensaison, die die sechs Monate von November mit April umfasst. Fast das gesamte Marketingbudget wird für die Bewerbung der Zeit vom Advent bis Pfingsten verwendet, "staade Zeit - Winterzeit - Berchtesgaden blüht auf". Im Bereich zielgerichteter Online-Werbung wie native Adds, Google-Adds oder digitaler Litfasssäulen sei man führend. Von 2023 auf 2024 ist im Verbandsgebiet ein starker Rückgang von 1076 zur Gästevermietung zur Verfügung stehender Betten zu verzeichnen. Die Gründe sind vielfältig: Einige große Häuser bieten keine fluktuierende Vermietung mehr an, Zimmer werden zu Ferienwohnungen zusammengelegt, Vermieter gehen in den Ruhestand. Es gelte, die Übernachtungen über das Jahr gesehen zu halten, auch, um die touristische Infrastruktur finanzieren zu können. Das Bergerlebnis ist nicht nur für Vermarktung und Meldewesen zuständig, sondern auch Betreiber der Kehlstein-Buslinie, der Dokumentation Obersalzberg, der Watzmann-Therme, des Alpenkongresses, des Rufbusses WatzMobil und künftig auch des Heimatmuseums Schloss Adelsheim und der Berchtesgadener Handwerkskunst. In der Nebensaison sind laut Hallinger für die Ausflugsziele auch Tagesgäste von Bedeutung sowie geöffnete Gaststätten. Zu einer "Berchtesgaden-Karte" laufen Überlegungen und Gespräche, außerdem sind E-Bike-Ladestationen angedacht und eine "sagenhafte Winterzeit". Schnitzschüler kreieren Kunstwerke, Berchtesgadener Gymnasiasten haben erst kürzlich Sagentafeln aufgestellt.

Die rege Aussprache eröffnete Tourismusvereinsvorsitzender Franz Lenz. Er berichtete über Schwierigkeiten, Personal zu gewinnen und ganzjährig zu beschäftigen. Die Wiederinbetriebnahme der Kunsteinbahn sei für Letzteres eine große Hoffnung. Lenz wünscht sich, die Winterangebote am Götschen, Roßfeld, Obersalzberg und Hochschwarzeck sowie die 200 km Winterwanderwege und die Langlaufloipen mehr herauszustellen und Radfahrer mehr anzusprechen. Der ehemalige Gemeinderat Michael Lochner erntete große Zustimmung für seine Anregung, Aussichtsblicke auf den vielen schönen Wanderwegen wie etwa dem Prof-Linde-Weg regelmäßig von aufkommenden Bäumen freizuschneiden. Beppo Maltan ergänzte hierzu Rastbänke und sprach Wegenetztreffen und die Gestaltung der Ausgangspunkte an. Martin Hofreiter stellte die ganzjährigen Angebote und Häuser des Nationalparks heraus. Er freute sich über die neue Holzkugelbahn am Untersteiner Gradierwerk und stellte die Idee der "längsten Kugelbahn der Welt" in den Raum, ein zur Region passendes Angebot für alle, das durchaus über den Talkessel verteilt sein könne. Als Startinitiative kann sich Hofreiter gut einen für Vereine und Firmen ausgeschriebenen Bau-Wettbewerb für ideenreiche und vielfältige Abschnitte vorstellen, bis dass "niemand mehr ohne Holzkugel unterwegs ist".
Einig waren sich alle Gekommenen, dass unsere Region wahnsinnig viele attraktive Möglichkeiten bietet und sehr lebenswert ist und bleiben soll.

250527 Buergerstammtisch