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Foto Piding

Antrag zur Gemeinderatssitzung am 12.02.2014
Aufnahme Tagesordnungspunkt „Tourismus"

 

Antrag der FWG zum Thema Tourismus in Piding

Im Rahmen der letzten Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses am 29.01.2014 haben wir nachstehenden Antrag eingebracht. Laut Bürgermeister Holzner soll dieser in einer der nächsten Sitzungen behandelt werden.

Uns ist der Tourismus in Piding sehr wichtig. Wir hoffen, dass wir uns im Februar mit diesem Thema befassen um Lösungsansätze zu finden.

 

 Sehr geehrter Herr Bürgermeister Holzner,

in der Gemeinderatssitzung am 12.02.2014 bitten wir um Information bzw. um Abstimmung zu folgenden Punkten:

1. Wie haben sich im Jahr 2013 die Übernachtungszahlen in Piding entwickelt?

 

2. Die WFG und BGLT planen durch das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr e. V. für den gesamten Landkreis eine Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus" erstellen zu lassen.
Am 29.10.2013 hat der Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH, Herr Dr. Manfred Zeiner, in der Bürgermeisterdienstbesprechung allen Gemeinden eine Analyse ihrer Ist-Situation angeboten.

 

3. Durch die Umnutzung des Hotels Alpenblick hat sich das Bettenangebot in unserer Gemeinde weiter verringert. Im Hotelmasterplan für den Landkreis Berchtesgadener Land wurde Piding als Standort für ein Budget-Hotel genannt.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung durch Wegfall eines Hotelbetriebs und zur Meinungsbildung des Gemeinderats für zukünftige Projekte im Bereich des Tourismus beantragen wir folgenden Beschluss zur Abstimmung vorzulegen:
Der Gemeinderat beschließt, Herrn Magister Werner Taurer zu einer Vorstellung der Ergebnisse des Hotelmasterplanes bezüglich der Gemeinde Piding einzuladen.

 

Obst

Betriebsbesichtigung bei der Firma Maier Früchtegroßhandel GmbH in Piding

FWG Piding sucht die süßesten Früchte

 

Letzten Samstag gestattete Geschäftsführer Richard Maier den Mitgliedern der FWG Piding einen Blick hinter die Kulissen der Maier Früchtegroßhandel GmbH an der Lattenbergstraße.

Die Firma Maier hat bereits seit 1966 ihren Sitz in Piding und zog 2008 in die neu gebaute moderne Handels- und Logistikzentrale an der Lattenbergstraße. Zusammen mit der Außenstelle in Kitzbühel beschäftigt der Betrieb derzeit 65 Mitarbeiter.

In den letzten Jahren hat sich die Firma Maier über die Erwartungen hinaus stark entwickelt, sodass die Lager- und Kühlräume, sowie den 10 Laderampen schon wieder bis an die Grenzen ihrer Kapazitäten ausgelastet sind.

Um die vorhandenen Räume optimal zu nutzen wird in der Firma Maier im 3-Schicht Betrieb 24 Stunden am Tag gearbeitet. Durch ein geschicktes System werden bis zu 10 Sattelzüge an Waren täglich umverteilt.

So werden vormittags die Importe angenommen und verstaut, anschließend erfolgt die Vorkommissionierung für die zu beliefernden Supermärkte. Ab 18.00 Uhr startet dann die Auslieferung. Anschließend werden die kleineren Bestellungen für Gastrobetriebe zusammengestellt. Hier müssen Bestellungen im Gegensatz zu den Großkunden oft kurzfristig zusammengestellt werden.

Teilweise erreichen die Bestellannahme gegen 18.00 Uhr noch Bestellungen, die am nächsten Morgen schon im Gastrobetrieb zur Verfügung stehen müssen. Die Waren werden nicht palettenweise, sondern kistenweise bestellt. Dafür ist die Produktvielfalt um einiges höher. Mancher Hotelbetrieb benötigt bis zu 300 verschiedene Obst- und Gemüsesorten, sodass das Personal viel Erfahrung in der Kommissionierung braucht. Die Auslieferung erfolgt noch in der Nacht. Als besonderer Service wird hier auch im Ausnahmefall noch die ein oder andere Packung Milchprodukte aus der Molkerei mitgeliefert, erklärt Richard Maier.

Auch bei den regelmäßigen Lieferungen gibt es bereits eine kleine Kooperation mit den Milchwerken. Bestimmte österreichische Regionen werden gemeinsam beliefert und wechselweise angefahren. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern ist auch wirtschaftlich sinnvoll.

Denn die Konkurrenz schläft nicht. Das Familienunternehmen muss sich gegen große Handelsketten wie Rewe durchsetzen, die vor allem auf günstige Preise setzen.
Hier punktet man nur durch beständige Qualität.

Auf dem Weg durch die verschiedenen Kühlzonen des Betriebs haben die Kinder inzwischen die süßesten Früchte entdeckt und strahlen. Sie dürfen sich je eine Packung frischer Heidelbeeren schmecken lassen. Auch hier scheint die Qualität zu stimmen.

Schließlich lebt der Betrieb von der Frische. Die großteils per Direktimport vom Erzeuger gelieferte Ware verbleibt maximal 2 Tage im Lager. Denn Lagerfläche ist knapp und der Qualitätsanspruch verbietet ebenfalls längere Lagerzeiten.

Natürlich muss auch bei der Firma Maier auf die Preise geachtet werden. Trotzdem ist es Richard Maier wichtig, dass die Erzeuger mit den gezahlten Preisen überleben können:
„Die Situation in Deutschland hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert", erklärt er. „Die Preise werden durch die Marktmacht der Discounter so stark gedrückt, dass die beste Qualität von den Erzeugern lieber nach Großbritannien oder Skandinavien verschickt wird, wo bessere Preise zu erzielen sind. In Deutschland soll das Olivenöl am besten nicht mehr als 2,99 € kosten, dafür dürfen es beim Motoröl fürs Auto gerne auch 20 € sein. Das kann doch nicht sein, dass mein Auto hochwertigeres Öl schluckt, als ich selbst", schmunzelt Maier.

Diese Mentalität, da ist sich Maier mit Molkereimeister Bernhard Staller einig, werde bald zu massiven Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung führen. In den Erzeugerbetrieben rentiere die Übernahme für die nächste Generation oft nicht mehr. Da werde mit den vorhandenen Flächen lieber auf Immobiliengeschäfte gesetzt.

Für die FWG Piding ist diese Problematik nicht neu. Bei der Besichtigung des Unterinneberger Hofes und der Molkerei war man auf dieselbe Problematik zu sprechen gekommen. Richard Maier trägt seinen Teil dazu bei, dass die Erzeuger überleben können. Er achtet auf angemessene Preise und unterstützt seine Zulieferbetriebe nach Kräften, so auch z.B. nach der Hochwasserkatastrophe im Vorjahr. Dass er höhere Preise bieten kann, ermöglicht ihm sein spezieller Absatzmarkt. Er beliefert viele Betriebe in Österreich, wo sogar bei Hofer Qualität vor Preis geht. Dafür muss er jedoch oft strengste Regeln bei der Anlieferung erfüllen. Enge Zeitfenster und strikte Qualitätskontrollen lassen hier keine Fehler zu. Die großen Supermärkte streichen einen Betrieb, der nicht punktgenau liefert schnell von der Einkaufsliste. Deshalb ist die Firma Maier vor allem in der Belieferung von Hotels und Gaststätten in den letzten Jahren stark gewachsen. Die kleineren Einheiten und die größere Warenvielfalt erfordern zwar mehr hochqualifiziertes Personal, dafür bieten sie dem Betrieb eine breitere Basis.

Gutes und zufriedenes Personal ist Richard Maier wichtig. Er versucht, trotz Schichtbetrieb, die Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter so angenehm wie möglich zu gestalten. Neben einer angemessenen Bezahlung gehört dazu auch, den Stress am Arbeitsplatz gering zu halten. Und hier kommt Maier wieder zu seinem Eingangsthema, dem Platzmangel.
Durch die hohe Auslastung wird es immer schwieriger, die Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass sich die Mitarbeiter dabei nicht gegenseitig auf die Füße treten. So wurde in Absprache mit der Gemeinde vorübergehend eine zusätzliche Zelthalle an das Gebäude angebaut. Diese wird vor allem für Leergut genutzt und wenn im Ausnahmefall Paletten aus Qualitätsgründen umsortiert werden müssen. Das kann nicht inmitten des Regelbetriebes geschehen. Hier kommen extra Spezialteams einer Personalagentur aus München, die mit einem geschulten Auge mangelhafte Waren aus den Paletten entfernen. Eine Dauerlösung ist das Zelt jedoch nicht. Spätestens im Sommer wird es dafür zu warm sein. Auch für die Leergutlagerung muss neuer Raum her. Denn die leeren Rollwagen stören im Freien die Anwohner durch Lärm und übrige Folien werden vom Wind weggetragen.

Jetzt steht die Familie Maier vor der Entscheidung, hier in Piding zu erweitern, oder den Betrieb in Kitzbühel auszubauen. Bürgermeisterkandidat Walter Pfannerstill und Gemeinderat Georg Dufter erkundigen sich nach den Details des Bauvorhabens. Für sie ist es natürlich wichtig, einen erfolgreichen Betrieb in Piding zu halten. Auch Richard Maier will mit der Gemeinde partnerschaftlich zusammenarbeiten. Er wolle den Bau auch für das Pidinger Ortbild passend gestalten, so Maier. Schließlich sei auch ihm seine Heimatgemeinde wichtig.
Derzeit liefen noch die Planungen und Kostenanalysen. In Kürze könne er mit den konkreten Plänen auf die Gemeinde zukommen. Im Anschluss an die höchst interessante Führung regten Georg Dufter und Bernhard Staller noch Gespräche mit der Molkerei an, um weitere Synergien zu nutzen oder sich für weniger verderbliche Produkte mit dem Gedanken an ein Hochregallager anzufreunden, um die vorhandenen Flächen besser nutzen zu können.
Walter Pfannerstill bedankte sich im Namen der FWG Piding noch mit einem kleinen Präsent aus Wein und Schokolade. Auf einen Obstkorb habe man in diesem besonderen Fall verzichtet. Im Nachgang der Besichtigung zog Walter Pfannerstill Bilanz: „Um die Sorgen, Nöte und Entwicklungspläne von Pidinger Unternehmen wirklich zu kennen, ist regelmäßiger Kontakt und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wichtig. Dieser Besuch hat uns wieder gezeigt, dass die Unternehmer sich diesen Austausch wünschen. Darum setze ich mich aktiv für einen regelmäßigen Besuch Pidinger Betriebe ein."

Die FWG Piding hat eine neue Ausgabe ihrer Infopost veröffentlicht. Diese wird alle Haushalten in der Gemeinde Piding kostenfrei zugestellt. In der aktuellsten Ausgabe stellen sich Bürgermeisterkandidat Walter Pfannerstill, die Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten sowie die Keistagskandidaten vor.

Deckblatt Infopost

Lesen Sie weitere Ausgaben der Infopost in unserem Archiv!

Den Antrag, den Verlauf der Gemeinderatssitzungen vom Ergebnisprotokoll auf ein Wortprotokoll zu ändern, begründete 2. BGM Walter Pfannerstill ausführlich. Unter anderem führte Pfannerstill aus: "Es war bis vor einigen Jahren im Pidinger Gemeinderat noch so, dass man sich auf das gesprochene Wort verlassen konnte. Das ist heute nicht mehr der Fall." Nachdem eine mehrmalig bestätigte Zusage des 1. BGM Holzner vor Kurzem von ihm bestritten wurde, suchte 2. BGM Pfannerstill diesen Sachverhalt in den Protokollen der letzten Monate. Er stellte fest, dass wichtige Beiträge und Zusagen in den Protokollen fehlen. Außerdem würde der Umfang der Protokolle Jahr für Jahr auffallend reduziert.

Nach längerer kontroverser Diskussion, während der sich 1. BGM vehement gegen einen schriftlichen Nachweis mit nachvollziehbaren Aussagen stemmte, beschloss der Gemeinderat für die Zukunft ein Verlaufsprotokoll. "Im Unterschied zum Ergebnisprotokoll werden im Verlaufsprotokoll die Inhalte der Reden und Diskussionen der Teilnehmenden wiedergegeben, da nachvollziehbar bleiben soll, was in der Zusammenkunft behandelt wurde und wie sich die Teilnehmer äußerten. Im Gegensatz zum Wortprotokoll wird der Verlauf jedoch nur sinngemäß zusammengefasst, so dass der innere Aufbau und der Austausch von Argumenten sowie die ggf. gefundene Entscheidung vom Leser insgesamt nachvollzogen werden können." (aus Wikipedia)

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FWG Piding besucht die Molkerei Piding

Kürzlich informierte sich die FWG Piding auf dem Unterinneberger Hof in Piding über die Milchproduktion der Pidinger Bauern. Um den Weg der Milch nun konsequent weiter zu verfolgen, nahm die FWG Piding das Angebot der Molkerei gerne an, auch die Verarbeitung näher zu beleuchten.

So empfing Geschäftsführer Bernhard Pointner persönlich die FWG-ler zu einer Führung durch den Betrieb, der sich gerade einmal wieder im Aufbruch befindet.

Die Besichtigung startete in der 2013 fertig gestellten Kfz-Werkstatt- und Waschhalle für die betriebseigenen Fahrzeuge, führte dann in das neue Logistikzentrum. Die Bautätigkeit konnten die Pidinger ja im vergangenen Jahr live beobachten. Nun ist der Bau fertig gestellt und befindet sich zusammen mit dem angrenzenden neuen Hochregallager im Testlauf. Im Mai soll dort der Betrieb aufgenommen werden. Die Bauprojekte waren dringend nötig geworden, nachdem aufgrund von Platzmangel im Lager zeitweise sogar die Produktion eingestellt werden musste. „Unsere Frischprodukte können wir halt nicht einfach auf den Hof stellen", erklärte Pointner.

Die Erweiterung war eigentlich von langer Hand geplant. Bernhard Pointner erläuterte den Besuchern den Investitionsplan des Betriebes, der 2009 mit dem Bau des neuen Labors und Verwaltungsgebäudes begann und bis 2020 abgeschlossen sein soll. Im gesamten Zeitraum sind Investitionen in Höhe von 75 Mio. € geplant. In den letzten 4 Jahren wurden bereits 100 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mit der neuen Kfz-Werkstatt- und Waschhalle wurde bereits der erste Schritt zur räumlichen Entzerrung des Betriebsgeländes getan. Der Bau der neuen Verladehalle kam jedoch für die Molkerei letztlich 2 Jahre zu spät. Bei der Baugenehmigung kam es trotz Erfüllung aller Auflangen durch Proteste eines Anwohners zu einer langen Verzögerung. Doch schließlich fand sich ein Weg zur Einigung und der Bau ist nun kurz vor der endgültigen Inbetriebnahme.

Pointner führte die Besucher durch die neue Verladehalle, die nun mit einer Kapazitätsverdopplung für die Zukunft gerüstet ist. Da eine Erweiterung des Baus voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, musste hier höchst vorausschauend geplant werden. Die ganze Halle ist zur Verwunderung der Anwesenden mit kleinflächigen Fliesen ausgelegt. Dies erklärt Pointner so: „Wir benötigen hier spezielle, säureresistente Fliesen.
10 000 qm wurden deshalb von einem Betrieb aus Münster verlegt. Alle Arbeiten, die von ortsansässigen Firmen geleistet werden konnten, wurden auch an Betriebe aus dem Landkreis vergeben. Trotzdem bescherte die Molkerei den Pidinger Tourismusbetrieben etwa 4000 Übernachtungen von auswärtigen Arbeitern. Sollte also Piding für 2013 einen überraschenden Anstieg im Tourismus verzeichnen", so Pointner schmunzelnd, „sind wahrscheinlich wir dafür verantwortlich."

Noch mutet der Neubau von außen riesig an. Die Molkerei kam der Gemeinde bei der Planung der Höhe jedoch entgegen. Und auf die Außenwand wird, darauf legt Pointner besonderen Wert, abschließend noch eine Spezialbeklebung mit Landschaft und Himmel aufgebracht, um das Gebäude mit der Umgebung verschmelzen zu lassen. Schließlich ist auch der Einfahrtsbereich der Molkerei mit der Natursteinmauer und der urigen Almhütte durchaus ansehnlich gestaltet und wird sogar von manchem gerne als Fotomotiv genutzt.

Auch der Lärmentwicklung wird im Konzept der Molkerei Rechnung getragen. Alle geräuschintensiven Betriebsteile liegen im Inneren des Geländes, Lager, Labor und Sozialräume dagegen außen. So könne die Geräuschbelastung der Nachbarschaft gut unterhalb der erlaubten Grenzwerte gehalten werden.

Im Anschluss an die Verladung konnten die FWG-ler einen Blick in eine der drei Produktionshallen werfen. Auch diese sollen, sobald die LKW-Rampen umgezogen sind, noch einmal ausgebaut werden. Denn auch hier läuft der Betrieb bereits am Limit.
Wie Molkereimeister Bernhard Staller erklärt, würden derzeit von den 351 Mitarbeitern jährlich bereits 253 Mio. kg Milch verarbeitet. Die so erzeugten 260 Mio. Verpackungseinheiten würden aneinander gereiht fast einmal um die ganze Welt reichen.

Obwohl diese Zahlen für den Zuhörer immens erscheinen, erreiche die Molkerei Piding dennoch bei voller Auslastung lediglich einen deutschlandweiten Marktanteil von 0,8%.
Umso wichtiger ist für die Berchtesgadener Molkereiprodukte die strenge Orientierung an bester Qualität. Nur so könne man sich am Markt behaupten.

Die strikten Vorgaben, die von den 1700 Bauern der Genossenschaft mitgetragen werden, machen sich bezahlt. So wird bei der Fütterung auf gentechnikfreiem Futter bestanden und hauptsächlich Gras, Silage und Heu gefüttert. Die Bauern werden in Homöopathie geschult, um den Einsatz von Antibiotika auf ein Minimum zu reduzieren und es gibt eine neue Kooperation mit dem Salzbergwerk, deren Salz die aluminiumhaltigen Industriesalze ablöst. Zusammen mit anspruchsvollen Verarbeitungstechniken und ausgewählten Zusätzen (z. B. Fruchtzubereitungen von Darbo) ergeben sich so Produkte, die inzwischen europaweit von ernährungsbewussten Konsumenten geschätzt werden.

Ziel sei, so Pointner, keine Gewinnmaximierung zu betreiben, sondern durch die effiziente Vermarktung hochwertigster Produkte eine möglichst hohe Marge an die Landwirte weiterzureichen, um deren Existenz auch für die Zukunft zu sichern. Denn ohne die Einführung der hochpreisigen Marke „Bergbauernmilch" vor einigen Jahren könnten für die Bauern in den abgelegeneren Teilen des Landkreises nicht die derzeitigen Milchpreise erzielt werden. Die Milchwirtschaft wäre dort längst unrentabel geworden.

Viele weitere Informationen ließen die Besucher staunen, die hier den Rahmen sprengen würden. Abschließend fand man sich im Seminarraum ein, wo bei einer zünftigen Brotzeit noch Zeit für eine kleine Diskussionsrunde blieb.

Hier sprach Georg Dufter die angespannte Finanzsituation der Gemeinde an und bat Pointner, die Heimatgemeinde der Molkerei z.B. durch Sponsoring der Vereine mehr zu unterstützen. Wolfgang Koch warb ebenfalls für das Anliegen. Pointner nutzte die Gelegenheit den Anwesenden darzulegen, dass die Molkerei bereits seit einiger Zeit zunehmend Mittel zur Unterstützung der Vereine zur Verfügung stelle. Bisher hätten es die Empfänger jedoch versäumt, dies der Öffentlichkeit publik zu machen. „Unsere guten Taten sind im Geschäftszimmer des Bürgermeister geblieben", so Pointner.

Einer Anfrage von Birgit Hoffmann, ob die Molkerei nicht wieder die Versorgung der Schule mit Schulmilch übernehmen könne, musste von Pointner leider abschlägig beschieden werden. Aufgrund des Scheiterns eines von der Schule geforderten Mehrwegsystems habe sich die Molkerei bereits vor Jahren aus dem Geschäftszweig zurückgezogen und habe derzeit keine geeigneten Produkte im Angebot. Während die konventionellen 400 ml Packungen zu groß und damit nicht förderfähig seien, seien die 250 ml Biomilch-Packungen für den Schulbetrieb zu teuer.

Josef Dendl erkundigte sich nach der Situation in der Wasserversorgung. Schließlich ist die Molkerei derzeit der größte Abnehmer und sichert mit der hohen Wasserabnahme den Wasserpreis in der Gemeinde. Laut Pointner funktioniere die Versorgung seit dem Einbau der neuen Filtration sehr gut. Es gäbe bisher keinerlei Engpässe.

Franz Geigl regte an, den Vorstand der Molkerei auch in die Abwasserentsorgung besser einzubinden. Er werde einen entsprechenden Vorschlag erneut beim Abwasserzweckverband einbringen.

Bürgermeisterkandidat Walter Pfannerstill regte einen intensiveren Austausch mit der Gemeinde an. Ihm liegen die Bedürfnisse der Pidinger Betriebe sehr am Herzen. Deshalb erkundigte er sich nach dem derzeitigen „Draht" zum Bürgermeister. Gespräche fänden, so Pointner durchaus immer wieder einmal statt. Die Informationen würden jedoch oft nicht bis in die Entscheidungsgremien weitergetragen.

Auch Vorstand Andreas Argstatter wünschte sich eine bessere Information der Gemeinderäte vor Entscheidungen, die die Molkerei betreffen. Er selbst dürfe nicht mit Abstimmen, könne jedoch wertvolle Entscheidungshilfe geben. Bisher erhielte er jedoch dazu keine Gelegenheit.

Auf Nachfrage von Susanne Scholze zum Thema Energieversorgung bestätigte Pointner Überlegungen zum Aufbau einer eigenen Energieversorgung. Dies sei in Planung. Endgültige Entscheidungen gebe es derzeit jedoch noch nicht.
Hier wird die FWG Piding in Zukunft vermehrt das Gespräch suchen. Seines ihrer Ziele ist schließlich die Energieversorgung im Piding durch umweltgerechte und nachhaltige Projekte zu sichern. Dazu ist die Einbindung des größten Pidinger Betriebes unerlässlich.

Auf die Frage von Sandra Fraaz zu Einkaufsmöglichkeiten im Molkereivertrieb, verwies Pointner auf die Fertigstellung der neuen Anlagen. Sobald hier der Betrieb aufgenommen sei, werde die Molkerei vermehrt Führungen für Privatpersonen anbieten.
Denn durch Print- oder Fernsehwerbung sei der Qualitätsgedanke der BGL-Milch nicht zu transportieren. Hier wolle man vermehrt auf den persönlichen Kontakt setzen.
Im Anschluss an Führungen wolle man den Gästen dann auch die Möglichkeit zum Einkauf geben. Dies werde in den neuen Räumen des Frischdienstes möglich sein. Diese Einrichtung komme dann auch den Pidingern zugute. Sie könnten die heimische Milch dann auch vor Ort erstehen. Christian Kleinert regte daraufhin noch eine Zusammenarbeit mit der BGL Tourismus GmbH an, die Gäste für die Führungen werben könne.

Josef Dendl bedankte sich beim Vorstand für die gelungene und informative Führung und wünschte für die Zukunft viel Erfolg.

Bernhard Pointner bedankte sich im Gegenzug für das Interesse und hoffte, dass durch die offenen Gespräche so mancher Argwohn aus der Welt geschafft sei. Man werde für Anliegen der Pidinger Bürger immer ein offenes Ohr haben.

 

Ihr Ansprechpartner

Christian WagnerChristian Wagner
1. Vorsitzender
Ahornstr. 61

83451 Piding

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