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Foto Piding

Ideen- und konzeptloser Auftritt des Gemeindeoberhauptes

Wie bereits von der Presse thematisiert, standen in der letzten Gemeinderatssitzung ein Konzept zur Finanzierung und Wartung des Pidinger Klettersteigs, sowie der Antrag der FWG Piding auf Beratung der weiteren Vorgehensweise im Bereich Tourismus (gestellt im November 2014) auf der Tagesordnung. Beide Konzepte hatte Bürgermeister Holzner in der Vorbesprechung der Sitzung geheimnisvoll angekündigt. Den entsprechenden Auftrag erhielt Bürgermeister Holzner vom Gremium in der Sitzung vom 06.08.2014, also vor mehr als 10 Monaten.

Mehr als enttäuschend war für die FWG-Gemeinderäte dann das Ergebnis. Die Ausführungen zur regelmäßigen Kontrolle und Wartung entsprachen nahezu vollständig dem Vorschlag, den Gemeinderat Walter Pfannerstill in der Sitzung am 12.03.2014 vorgestellt hatte.

Zur Finanzierung der laufenden Kosten hat sich das Gemeindeoberhaupt kaum Gedanken gemacht. Sein Vorschlag: „Die Kosten belasten wir dem Tourismusbudget“.
Dabei hatte die FWG-Piding auch hier bereits Anregungen gegeben.

So könnte man den hohen Bekanntheitsgrad des Pidinger Klettersteiges aktiv nutzen. In Piding und der näheren Umgebung fänden sich sicher Firmen, die bereit wären, sich mit einem jährlichen Sponsoring am Unterhalt der Anlage zu beteiligen. Im Gegenzug könnten diese Sponsoren auf der Homepage des Klettersteiges oder z. B. an einer Infotafel für ihr Unternehmen werben. Zudem erinnere man sich an das Angebot des Bad Reichenhaller Oberbürgermeisters Dr. Herbert Lackner vom Frühjahr letzten Jahres, Piding beim Erhalt des Klettersteiges zu unterstützen. In einem Gespräch mit dem stellvertretenden FWG-Vorsitzenden Josef Dendl hatte auch der Förderverein des Klettersteigs am Grünstein bei Bedarf Hilfe angeboten.

Bereits bei der Entscheidung über Schließung oder Sanierung des Klettersteigs im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Holzner bei der FWG den Eindruck erweckt, das Projekt lieber sterben zu lassen. Entsprechend ideenlos wurde nun der FWG-Antrag abgehandelt.
Nach massivem Widerstand in der Gemeinderatssitzung, dem sich auch die anderen Fraktionen anschlossen, soll nun erneut ein Konzept entwickelt werden. Es bleibt zu hoffen, dass Bürgermeister Holzner diesmal diese Aussage auch ernsthaft in die Tat umsetzt.

In der gleichen Sitzung nahm Holzner Stellung zum Antrag der FWG Piding, wie denn seine Strategie zur Weiterentwicklung des Tourismus aussehe. Eine tatsächliche Strategie war hier ebenfalls nicht zu erkennen. Der Bürgermeister hielt einen 60-minütigen Monolog zu diesem Thema, auf konkrete Aussagen wartete man jedoch auch hier vergebens. Immer wieder verwies Holzner darauf, wie gering die Wertschöpfung aus dem Tourismus für Piding sei.

Angesichts einer fundierten Studie der Firma DWIF, die auch von der Gemeinde unterstützt und dem Gemeinderat vorgestellt wurde, verwundert diese Meinung. Der Tourismus in Piding sorgt lt. Studie rechnerisch für 210 Vollzeitarbeitsplätze mit 4,6 Mio. € Einkommenswirkung, der jährliche touristische Bruttoumsatz beträgt 9,8 Mio. €. Der Tourismus erzeugt alleine 1,0 Mio. € Mehrwert- und Einkommensteueraufkommen. Piding selbst erhält touristisch induzierte Steuereinnahmen von 267.000 €. Die Studie belegt, dass unsere Gemeinde nicht wie lange Zeit vermutet jährliche Defizite zu stemmen hat. Ganz im Gegenteil profitiert Piding auch finanziell von der Tourismusbranche. Als weitere
Pluspunkte kommen hinzu, dass die Pflege der Wander- und Radwege mit Beschilderung, Ruhebänke, Veranstaltungen und vieles mehr in der Kalkulation enthalten sind, die jedoch auch ohne Tourismus für unsere Bürgerinnen und Bürger vorgehalten werden müssten.

Hier ergibt sich für die FWG nur ein FAZIT: Ungenügend!

Zwar bekräftigt Hannes Holzner immer wieder: „Piding steht zum Tourismus“. Jedoch folgen dieser Aussage keine Taten. Auch hier widersetzte sich die FWG-Piding den kraftlosen Beschwichtigungsversuchen Holzners. Sie fordert weiterhin:

  1. Eine zukunftsfähige Strategie für den Pidinger Tourismus
  2. Ein Konzept zur Zusammenarbeit mit Anger
  3. Eine genaue Definition der Tätigkeiten der Tourismusinformation

Zum im Antrag genannten Punkt 4: Zwischenstandsbericht zur Ansiedlung eines Budgethotels sprach Holzner von „unseren Bemühungen“ und davon, dass „wir“ uns in den Verhandlungen zur Förderung befänden. Tatsächlich hat Holzner die Betreiberfirma BfP keinesfalls ausreichend unterstützt. Die Tatsache, dass das Budgethotel nach dem vor Jahren zusammen mit Salzburg erstellten Masterplan als „bestens geeignet“ definiert wurde, hätte man auch persönlich bei der Regierung von Oberbayern vorbringen und sich aktiv für die Unterstützung des Projektes einsetzen können.

Insgesamt bleibt zu Befürchten, dass bestehende wie neu gegründete Betriebe in Zukunft durch die Gemeinde keine nennenswerte Unterstützung erfahren werden.

Die FWG-Gemeinderäte werden sich aber weiterhin vehement für eine Verbesserung der Situation einsetzen.

Am 28.04.2015 informierte Walter Pfannerstill den Bürgermeister und die Verwaltung der Gemeinde Piding über seinen Rücktrittswunsch und bat um Entlassung aus dem Amt des 2. Bürgermeisters.

Walter PfannerstillIn der Pressemitteilung der FWG Piding begründet Walter Pfannerstill selbst seinen Rücktritt wie folgt:

Als 2. Bürgermeister sehe ich mich als Teil der Verwaltung und demnach zur Loyalität gegenüber dem 1. Bürgermeister verpflichtet. Daher habe ich kritische Punkte bisher nicht öffentlich gemacht, sondern intern mit Bürgermeister und Gemeinderat besprochen. Allerdings sehe ich mich zusehends der Kritik der Bürger ausgesetzt, für Vorgänge, die ich selbst nicht beeinflussen kann.

In der bisherigen Amtsführung von Bürgermeister Holzner sehe ich eine Gefahr für die Zukunft Pidings. Zu viele Dinge bleiben unbearbeitet. Die Unzufriedenheit der Bürger, die auf Lösungen und Antworten für ihre Probleme warten, nimmt zu.
Daher sehe ich mich nicht mehr in der Lage die Amtsführung des Bürgermeisters Holzner weiterhin nach außen zu vertreten.

Ein Paradebeispiel ist das dringend benötigte neue Feuerwehrhaus. Auf Antrag der FWG 2012 als Thema in den Gemeinderat eingebracht, wurde es umgehend an den Bauausschuss verwiesen. Im Gemeinderat war es seither nicht mehr auf der Tagesordnung. In den Jahresversammlungen der Feuerwehr am 06.01.2013 und 06.01.2014 informierte Holzner seine Feuerwehrkameraden: „Die Entscheidung steht kurz bevor“. In Wahrheit hatten wir dieses Thema zum letzten Mal am 21.11.2012 auf der Tagesordnung im Bauausschuss. Die Mitglieder der Feuerwehr Piding fragen zu Recht, wann ihr Anliegen endlich bearbeitet wird.

Der Trachtenverein stellte 2011 eine Anfrage bezüglich der Renovierung des Vereinshauses aufgrund von Feuchtigkeit im Keller. Auf meine Nachfrage hin wurde das Thema erstmals am 11.07.2012 im Gemeinderat besprochen. In der Frühjahrsversammlung am 11.04.2014 wurde dem Verein ebenfalls eine Verbesserung zugesagt. Bis heute ist nichts geschehen, auch hier wurde ich von den Trachtlern mehrfach angesprochen, warum nichts passiert.

Die Verwaltung führt - auf FWG-Antrag - einen Sachstandsbericht. Darin sind inzwischen eine Vielzahl an Beschlüssen und Anträgen gesammelt, die zum Teil seit mehr als 5 Jahren offen sind.

Auch die mangelhafte Vertretung der Pidinger Interessen muss an dieser Stelle erwähnt werden. Insbesondere gegenüber Behörden ist diese nicht zufriedenstellend. Dazu vier Beispiele:

  1. Beim Raumordnungsverfahren zum Dolomitabbau am Poschberg war Bürgermeister Holzner noch 3 Tage vor Abgabetermin der Meinung, Piding sei nicht betroffen.
  2. Erst aufgrund meines Schreibens an die Oberste Baubehörde kam ein Gespräch mit dem Straßenbauamt zu den Planungen an der gefahrenträchtigen Kreuzung B 20 / St 2103 zustande.
  3. Laut vorliegendem Mail vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein wurde das Hochwasserschutzkonzept Urwies nach Bürgermeister Valentin Reichenberger nicht weiter verfolgt. Das Amt stünde der Gemeinde bei einer entsprechenden Anfrage gerne beratend zur Seite.
  4. Nach Abschluss des Planungsdialoges zum Autobahnausbau hat es Bürgermeister Holzner trotz mehrerer fraktionsübergreifender Anfragen im Gemeinderat versäumt unsere Forderungen gegenüber der Autobahndirektion Südbayern in die Planungen einzubringen.

Die verzögerte Bearbeitung begründet BGM Holzner stets mit der „vielen Arbeit“. Dazu muss man wissen, dass die Verwaltung in seiner bisherigen Amtszeit um 2 Vollzeitstellen aufgestockt wurde. Für tägliche Baustellenbesichtigungen und Baubesprechungen ist hingegen immer Zeit. Dafür hätten wir jedoch ausgezeichnete und hochqualifizierte Mitarbeiter.

Unabhängig von den noch offenen Themen gibt es in Piding keinerlei vorausschauende Planung. Es wird nicht agiert, sondern nur reagiert. Die Gewerbeentwicklung müsste aktiv angepackt werden. Jedoch werden wir nur auf Anfragen von Unternehmen hin tätig. Straßen, Wasserleitungen und Kanal zu unterhalten und zu sanieren sind keine außergewöhnlichen Leistungen. Diese Aufgaben gehören zum normalen Tagesgeschäft.
Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich unter diesen Umständen nach nun 7 Jahren als 2. Bürgermeister dieses Amt niederlege. Mein Mandat als Gemeinderat werde ich selbstverständlich zum Wohle unserer schönen Gemeinde weiterhin ausüben.

Ich möchte diese Zeilen ausdrücklich nicht als Kritik an der Gemeindeverwaltung verstanden wissen. Ganz im Gegenteil bedanke ich mich bei Geschäftsleiterin Hirsch und ihrem Team für die Bemühungen in diesem schwierigen Umfeld und hoffe weiterhin auf gute Zusammenarbeit.

Kürzlich fand in Piding die jährliche Hauptversammlung der Freien Wählergemeinschaft statt.Bereits zur Eröffnung der Sitzung erklärte der 1. Vorsitzende Josef Dendl, dass er für den Posten nicht weiter zur Verfügung stehe. Er freue sich, dass mit Christian Wagner ein fähiger und engagierter Nachfolger zur Wahl stehe. Er selbst stelle sich jedoch für das Amt des 2. Vorsitzenden zur Wahl.

Dendl gab einen kurzen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres und dankte allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung und die vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Es folgte der Kassenbericht durch Kassier Walter Pfannerstill.Nach dem Bericht des Kassenprüfers Andreas Reichenberger konnte die Vorstandschaft entlastet werden.

Daraufhin wurden die Neuwahlen der Vorstandschaft durchgeführt. Neben Dendl stand auch Schriftführer Wolfgang Koch nicht mehr zur Wahl. Die vorgeschlagenen Kandidaten wurden ohne Gegenstimmen gewählt. Die neue Vorstandschaft der FWG Piding setzt sich nun wie folgt zusammen.

  • 1. Vorsitzender Christian Wagner
  • 2. Vorsitzender Josef Dendl
  • Kassier Walter Pfannerstill
  • Schriftführerin Christine Reichenberger
  • Pressereferentin Sandra Fraaz

Als zusätzliche Beisitzerin wird sich Birgit Hoffmann in Zukunft für einen Ausbau der Internetaktivitäten einsetzen, um die Pidinger Bürger noch schneller und umfassender über die aktuelle Gemeindepolitik zu informieren.

Christian Wagner bedankte sich bei Josef Dendl

Im Anschluss an die Wahl dankte der neue Vorsitzende Christan Wagner den Anwesenden für ihr Vertrauen. Ihm sei es wichtig, den Bürgern Möglichkeiten zum politischen Engagement außerhalb des Parteiensystems zu bieten. Dafür wolle er sich einsetzen. Auch sei es immer wieder nötig, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass in der FWG die Meinung jedes Einzelnen zähle und angenommen werde. Jeder Bürger könne sich beteiligen.

Vermutlich erstmalig in der Geschichte der FWG Piding gab es beim Tagesordnungspunkt „Aktuelle Gemeindepolitik“ keine Neuigkeiten. 2. Bürgermeister Walter Pfannerstill erklärte, dass kaum nennenswerte Themen auf den Tagesordnungen der Sitzungen zu finden seien. Viele Sitzungen würden verkürzt. Sitzungen des Bauausschusses und des Verkehrsausschusses sogar ganz abgesagt.

Einzig die Stellungnahme zum Gesteinsabbau am Poschberg sei auf den Weg gebracht worden. Diese sei jedoch noch 3 Tage vor Abgabetermin von Bürgermeister Holzner für unnötig angesehen worden. Nur durch die Anfrage von Gemeinderat Franz Geigl (FWG) am 25.03.2015 kam das Thema überhaupt auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, den 15.04.2015.

Auf Nachfrage von Walter Pfannerstill in der Vorbesprechung der Sitzung erklärte Bürgermeister Holzner noch, Piding sei nicht betroffen und die Stellungnahme daher für ihn kein Thema. Pfannerstill wies jedoch darauf hin, dass der Abtransport des Gesteins mit Sicherheit über die B20 erfolgen werde. Bei bis zu 200 LKW-Ladungen täglich sei das für die bereits überlastete B20 eine Katastrophe.Schließlich entschloss sich Bürgermeister Holzner nach einer gemeinsamen Forderung von 2. Bürgermeister Walter Pfannerstill (FWG), 3. Bürgermeister Dr. Bernhard Zimmer (Grüne) und Fraktionssprecher Helmut Grünäugl (SPD) doch noch zur Abgabe einer Stellungnahme.

Auch wichtige Themen wie das Feuerwehrhaus (zuletzt behandelt 2012) und das Vereinshaus des Trachtenvereins kämen gar nicht auf die Tagesordnung. Daher gebe es auch nichts Neues zu berichten.

Christian Kleinert erklärte, der Bürgermeister verstecke sich hinter Amtsschreiben und vorgeschobenen Gesetzen. Mit Begründungen wie „das ist gesetzlich so festgelegt, da kann man nichts machen.“ oder „die Behörde hat uns dies oder jenes geschrieben.“, werden Themen bereits im Vorfeld erstickt.

Kleinert und Pfannerstill sind sich aus eigener Erfahrung darin einig, dass durch persönliche Gespräche mit den behördlichen Vertretern und energische Schreiben an höhere Stellen oft schon Erfolge für Piding erzielt werden konnten. Dazu sei der Bürgermeister jedoch nicht bereit. Als Beispiel nennt Pfannerstill den geplanten Kreisverkehr an der Teisendorfer Straße. Auch hier hieß es, man könne beim Straßenbauamt nichts erreichen und erhalte keine Information. Der Brief eines einzigen Bürgers an das Verkehrsministerium bewirkte jedoch, dass die Planung des Kreisverkehrs auf Eis gelegt und statt dessen die Errichtung einer Ampelanlage neu geplant wurde.

Eine ähnliche Situation schilderte Gemeinderat Franz Geigl. Er nannte den aktuellen Stand beim Thema Hochwasserschutz. Auf seinen Antrag hin habe die Gemeinde im Februar Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt aufgenommen und um die Bearbeitung der dringlichsten Pidinger Hochwasserthemen (Bichlbruck, Stoißer Ache) gebeten. Anfang April ist nun die Antwort bei der Gemeinde eingegangen. Die Anliegen wurden mit der Begründung zurückgestellt, die Höhe der möglichen Schäden stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten der Maßnahme. Der Hochwasserschutz für Bichlbruck wurde mit der Priorität 3 versehen. Jedoch meinte Bürgermeister Holzner auf Nachfrage von Geigl zum weiteren Vorgehen, man könne eben nichts ausrichten. Geigl drängt dagegen darauf, nicht einfach klein beizugeben und die Bichlbrucker Bürger nicht im Stich zu lassen.

Zum Abschluss der Diskussionsrunde wurden die Mitglieder gebeten, zu Themen der Gemeindepolitik Vorschläge an die Vorstandschaft weiterzuleiten. Jede Meinung sei wertvoll, um optimale Lösungen zu entwickeln. Selbst wenn zu einem Thema einmal keine Einigung erzielt werden könne, werde jede Meinung stets im besten Sinne der Freien Wähler respektiert.

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Gegen 22.00 Uhr beendete Christian Wagner die Veranstaltung.

Sorge um Hochwassersituation in Bichlbruck – FWG Piding vor Ort

 

Beim Jahrhunderthochwasser 2013 wurde Bichlbruck stark in Mitleidenschaft gezogen. Den Bewohnern stand das Wasser buchstäblich bis zum Hals (siehe Foto). Bereits in der Klausurtagung im Oktober 2013 hat die FWG Piding über hochwassergefährdete Stellen in Piding beraten und verschiedene Maßnahmen für einen verbesserten Schutz priorisiert.

 

Hochwasser in Bichlbruck

 

Daher stellte FWG-Gemeinderat Franz Geigl im Januar einen entsprechenden Antrag an den Gemeinderat. Noch vor der Behandlung des FWG-Antrages im Gemeinderat Anfang der Woche, traf sich eine FWG-Abordnung um den 2. Bürgermeister Walter Pfannerstill, um mit den betroffenen Bichlbrucker Anwohnern die Hochwasserproblematik vor Ort zu erläutern.

Die Gemeinderäte Christian Kleinert und Franz Geigl, sowie die FWG-Vorstände, Sepp Dendl, Christian Wagner und Brigitte Kagleder erkundigten sich unter Anderem über den Fortgang beim Ausbau des Hochwasserschutzes.

Die hochwassergeschädigten Bichlbrucker fühlen sich seit dem Jahrhunderthochwasser 2013 berechtigt vernachlässigt. Sie vermissen jegliche Aktivität von Seiten des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein.

 

Eindringlich baten sie um Hilfe, weil sie befürchten, einfach vergessen zu werden!

 

Die steigende Unsicherheit führt zu nervlichen Belastungen für die Anwohner.

Nach Ihrer Meinung wäre viel zu erreichen, wenn ihre kleine Siedlung mit einem Leitdamm entlang der Straße bis zum Ortsende gesichert würde. Dieser müsste jedoch bereits hundert Meter vor dem Ortsbeginn das Wasser von der Bichlbrucker Straße durch eine Sperre in den Fluss zurückleiten. Der bestehende Damm müsste um ca. einen halben Meter erhöht werden. Diese Maßnahmen seien nicht zu teuer und könnten entscheidend zur Sicherheit beitragen. Mit Sorge beobachten sie, dass der Fluss ein Gefälle in ihre Wohnrichtung aufweist und somit auf deutscher Seite unmittelbar neben ihren Häusern, die Uferböschung wegreißt.

Ebenso sollte am Ortsende verhindert werden, dass das Wasser von der anderen Seite wieder zurück fließt und in ihre Häuser eindringt. Durch Auslichtung des immer wieder überschwemmten angrenzenden Waldstückes könnte der Durchfluss verbessert und Anlandungen von Treibgut verhindert werden. Die Grundwasserproblematik sei durch eigene starke Pumpen unter Kontrolle.

 

Die FWG-Gemeinderäte versprachen den Anwohnern alles zu tun, um im Gemeinderat ihre berechtigen Sorgen zu vertreten.

FWG Piding setzt auf eine gerechtere Lösung bei Einführung einer Straßenausbaubeitragssatzung

 

Das leidige Thema der Straßenausbaubeitragssatzung beschäftigt den Pidinger Gemeinderat nun schon seit einiger Zeit. Obwohl in Piding niemand die Einwohner beim Straßenbau finanziell belasten möchte, ist die Einführung der „STRABS“ ein notwendiges Übel. Die gesetzlichen Vorgaben sind eindeutig. Landratsamt und Regierung von Oberbayern haben bereits mehrfach Ermahnungen ausgesprochen. Wird die Satzung nicht von der Gemeinde eingeführt, droht eine Zwangseinführung durch das Landratsamt. So geschehen bei einer bayerischen Gemeinde, die dann ihre Bürger auch noch 20 Jahre rückwirkend in die Pflicht nehmen musste. Um dies zu verhindern, stimmte auch ein Großteil der FWG-Gemeinderäte in der letzten Sitzung der Einführung einer Straßenausbausatzung zu.Dabei gäbe es verschiedene Alternativen. Die FWG-Mitglieder sind bei ihren Recherchen bereits im letzten Jahr auf verschiedene Lösungen gestoßen.
Die Straßenausbaubeitragssatzung sieht vor, beim Bau einer Gemeindestraße einen Teil der Kosten direkt auf die jeweiligen Anwohner umzulegen. Da kann ein Hausbesitzer mit einem größeren Garten schnell mit 10 bis 15 tausend Euro zur Kasse gebeten werden. Die Nachforschungen der FWG zeigten jedoch, dass sich einige Gemeinden intensiv mit dem Thema beschäftigten und dabei intelligente, gerechtere Lösungen fanden. So werden mancherorts die Kosten auf größere Ortsteile umgelegt, um die Belastung für den Einzelnen zu reduzieren. 2. Bürgermeister Walter Pfannerstill beschäftigte sich mit einer Variante, bei der die Straßen über eine Erhöhung der Grundsteuer finanziert werden. Die eingenommenen Steuern müssten dann zweckgebunden ausschließlich für den Straßenbau verwendet werden. Ein weiterer Lösungsansatz ist einem Interview mit Jürgen Busse zu entnehmen, das in der Süddeutschen Zeitung vom 20. Januar 2015 erschien. Jürgen Busse ist seit Oktober 1999 Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Bayerischen Gemeindetages und damit dessen Direktor. Der Jurist ist außerdem Stadt- und Kreisrat in Starnberg. Auf die Frage nach Alternativen zur Straßenausbaubeitragssatzung wies Herrn Busse auf das Modell in Rheinland-Pfalz hin. Dort zahlen Grundbesitzer einen regelmäßigen zweckgebundenen Beitrag an die Kommune. Diese „wiederkehrende Leistung“ wurde vom Bundesverfassungsgericht im vergangenen Sommer ausdrücklich als rechtskonform anerkannt. Die finanzielle Belastung der Bürgerinnen und Bürger wäre bei diesen neuen Modellen durch die Umlage auf alle Haus- und Grundstücksbesitzer moderat. Das Problem dabei: Diese aus Pidinger FWG-Sicht gerechteren Lösungen sind bisher nur in anderen Bundesländern umsetzbar. Die Bayerische Staatsregierung beharrt derzeit noch auf dem alten Modell. Laut Auskunft der Regierung von Oberbayern ist eine flexiblere Regelung, die weitere Modelle zulässt in Planung. Die Umsetzung könnte jedoch noch Jahre dauern. Die FWG Piding setzt sich intensiv dafür ein, dass die Umlage der Straßenbaukosten für die Pidinger Bürger gerecht und finanziell verträglich gestaltet wird. Christian Kleinert bat deshalb Bürgermeister Hannes Holzner sich an die Landtagsabgeordnete Frau Kaniber zu wenden, um Informationen zum aktuellen Stand einzuholen, die Problematik aufzuzeigen und auf eine beschleunigte Beschlussfassung zu drängen.

Ihr Ansprechpartner

Christian WagnerChristian Wagner
1. Vorsitzender
Ahornstr. 61

83451 Piding

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