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Dorfplatz Anger

Vor gut fünf Jahren wurde in Anger an der Salzstraße eine Zweigstelle der Pidinger Werkstätten GmbH eröffnet. Welche Arbeiten in den Räumen erledigt werden und wie sich der Tagesablauf eines Menschen mit Behinderung gestaltet, der dort tätig ist, davon bekamen Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Anger-Aufham-Högl (FWG) bei einer Führung einen umfassenden Eindruck vermittelt. „Wir sind eine teilstationäre Einrichtung und jeder Mensch hat ab einem gewissen Schweregrad der Behinderung ein Recht auf Arbeit“, stieg Florian Huber in seine Erklärungen ein. Er führte die Gruppe durch die Räume und vermittelte mit aufschlussreichen Worten interessante Details zu Arbeitsabläufen und Hintergründen.

Die Räumlichkeiten am „Stammhaus“ der Pidinger Werkstätten in Piding Hirschloh haben einst nicht mehr ausgereicht, so dass man sich entschieden hat, eine Außenstelle in Anger zu errichten. Rund 40 Menschen mit Behinderung haben hier einen Arbeitsplatz gefunden. Huber erklärte, dass auch Menschen mit Behinderung schulpflichtig sind und anschließend je nach Schweregrad entschieden, wird, ob und in welchen Arbeitsgruppen jemand eingesetzt werden kann. Nach der einjährigen Teilnahme im Berufsbildungsbereich und einem weiteren vertiefendem Jahr werden die Mitarbeiter dann in verschiedenen Tätigkeitsfeldern eingesetzt, je nach Qualifikation. „Die Abläufe bei uns in der Werkstatt sind natürlich anders“, sagte Huber und erklärte anhand von Beispielen, was damit gemeint ist. So sind beispielsweise einzelne Arbeitsschritte in Form von Bildern detailliert dokumentiert. So kann der Mitarbeiter jederzeit anhand der Fotos sehen, was gemacht werden und wie das fertige Produkt aussehen muss.

Derzeit werden in Anger einige sehr interessante Aufträge abgewickelt. Dazu zählt das Recyceln von Opferkerzen. Die Wachsreste werden aus den ausgebrannten Hüllen entfernt und neu befüllt. Dann kommen sie wieder in den Verkauf. „Im letzten Jahr haben wir 200.000 Opferlichte neu befüllt“, verwies Huber auch auf den Umweltaspekt. Im Verlauf des Rundgangs wurde auch Halt im jenem Bereich gemacht, in dem Abfüll- und Verpackungsarbeiten für Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel erledigt werden. Diese Tätigkeit erfordert ein ganz besonderes Maß an Präzision. „Für jeden Mitarbeiter gibt es einen Förderplan. Unser Ziel ist es, dass die Menschen möglichst vielfältig eingesetzt werden können. Die Fachkraft sollte wissen was verlangt wird, was der Kunde will und ob man auch Schwächere mit einbeziehen kann“, sprach Huber den sehr sensiblen Bereich der Aufgabenverteilung an. Weiter nahm er Bezug zu den verschiedenen Lohnstufen, je nach Leistungsvermögen werden die behinderten Mitarbeiter entlohnt. „Die Zweigstelle in Anger ist ein reiner Dienstleistungsbetrieb, dort werden keine eigenen Produkte hergestellt. Anders ist es in Piding, wo beispielsweise Schreiner- und Metallwaren produziert werden“, sagte Huber und kam auf das Qualitätsmanagementsystem zu sprechen. „Wir sind sehr stolz, dass wir nicht nur für unsere Produkte sondern auch für die Pädagogik eine DIN ISO-Zertifizierung haben.“

An verschiedenen Beispielen erklärte er das engmaschige System, das unter anderem bei der Logistik der Personenbeförderung zum Tragen kommt. Der Rundgang für die FWG-Gruppe endete im Speisesaal, der als Mehrzweckraum genutzt wird. FWG-Vorsitzender Christian Hinterstoißer bedankte sich im Namen der Besucher für die aufschlussreichen Erläuterungen und zeigte sich wie seine „Kollegen“ stark beeindruckt von dem, was in der Angerer Werkstätten-Zweigstelle geleistet wird. Zum Foto: Florian Huber ( 2.v.links) erklärte der Besuchergruppe Vieles über die Arbeitsabläufe in der Angerer Einrichtung der Pidinger Werkstätten.

FWG Anger besucht Pidiginer Werkstätten der Lebenshilfe in Anger

Bericht und Foto: Maria Horn

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