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Foto Piding

Ideen- und konzeptloser Auftritt des Gemeindeoberhauptes

Wie bereits von der Presse thematisiert, standen in der letzten Gemeinderatssitzung ein Konzept zur Finanzierung und Wartung des Pidinger Klettersteigs, sowie der Antrag der FWG Piding auf Beratung der weiteren Vorgehensweise im Bereich Tourismus (gestellt im November 2014) auf der Tagesordnung. Beide Konzepte hatte Bürgermeister Holzner in der Vorbesprechung der Sitzung geheimnisvoll angekündigt. Den entsprechenden Auftrag erhielt Bürgermeister Holzner vom Gremium in der Sitzung vom 06.08.2014, also vor mehr als 10 Monaten.

Mehr als enttäuschend war für die FWG-Gemeinderäte dann das Ergebnis. Die Ausführungen zur regelmäßigen Kontrolle und Wartung entsprachen nahezu vollständig dem Vorschlag, den Gemeinderat Walter Pfannerstill in der Sitzung am 12.03.2014 vorgestellt hatte.

Zur Finanzierung der laufenden Kosten hat sich das Gemeindeoberhaupt kaum Gedanken gemacht. Sein Vorschlag: „Die Kosten belasten wir dem Tourismusbudget“.
Dabei hatte die FWG-Piding auch hier bereits Anregungen gegeben.

So könnte man den hohen Bekanntheitsgrad des Pidinger Klettersteiges aktiv nutzen. In Piding und der näheren Umgebung fänden sich sicher Firmen, die bereit wären, sich mit einem jährlichen Sponsoring am Unterhalt der Anlage zu beteiligen. Im Gegenzug könnten diese Sponsoren auf der Homepage des Klettersteiges oder z. B. an einer Infotafel für ihr Unternehmen werben. Zudem erinnere man sich an das Angebot des Bad Reichenhaller Oberbürgermeisters Dr. Herbert Lackner vom Frühjahr letzten Jahres, Piding beim Erhalt des Klettersteiges zu unterstützen. In einem Gespräch mit dem stellvertretenden FWG-Vorsitzenden Josef Dendl hatte auch der Förderverein des Klettersteigs am Grünstein bei Bedarf Hilfe angeboten.

Bereits bei der Entscheidung über Schließung oder Sanierung des Klettersteigs im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Holzner bei der FWG den Eindruck erweckt, das Projekt lieber sterben zu lassen. Entsprechend ideenlos wurde nun der FWG-Antrag abgehandelt.
Nach massivem Widerstand in der Gemeinderatssitzung, dem sich auch die anderen Fraktionen anschlossen, soll nun erneut ein Konzept entwickelt werden. Es bleibt zu hoffen, dass Bürgermeister Holzner diesmal diese Aussage auch ernsthaft in die Tat umsetzt.

In der gleichen Sitzung nahm Holzner Stellung zum Antrag der FWG Piding, wie denn seine Strategie zur Weiterentwicklung des Tourismus aussehe. Eine tatsächliche Strategie war hier ebenfalls nicht zu erkennen. Der Bürgermeister hielt einen 60-minütigen Monolog zu diesem Thema, auf konkrete Aussagen wartete man jedoch auch hier vergebens. Immer wieder verwies Holzner darauf, wie gering die Wertschöpfung aus dem Tourismus für Piding sei.

Angesichts einer fundierten Studie der Firma DWIF, die auch von der Gemeinde unterstützt und dem Gemeinderat vorgestellt wurde, verwundert diese Meinung. Der Tourismus in Piding sorgt lt. Studie rechnerisch für 210 Vollzeitarbeitsplätze mit 4,6 Mio. € Einkommenswirkung, der jährliche touristische Bruttoumsatz beträgt 9,8 Mio. €. Der Tourismus erzeugt alleine 1,0 Mio. € Mehrwert- und Einkommensteueraufkommen. Piding selbst erhält touristisch induzierte Steuereinnahmen von 267.000 €. Die Studie belegt, dass unsere Gemeinde nicht wie lange Zeit vermutet jährliche Defizite zu stemmen hat. Ganz im Gegenteil profitiert Piding auch finanziell von der Tourismusbranche. Als weitere
Pluspunkte kommen hinzu, dass die Pflege der Wander- und Radwege mit Beschilderung, Ruhebänke, Veranstaltungen und vieles mehr in der Kalkulation enthalten sind, die jedoch auch ohne Tourismus für unsere Bürgerinnen und Bürger vorgehalten werden müssten.

Hier ergibt sich für die FWG nur ein FAZIT: Ungenügend!

Zwar bekräftigt Hannes Holzner immer wieder: „Piding steht zum Tourismus“. Jedoch folgen dieser Aussage keine Taten. Auch hier widersetzte sich die FWG-Piding den kraftlosen Beschwichtigungsversuchen Holzners. Sie fordert weiterhin:

  1. Eine zukunftsfähige Strategie für den Pidinger Tourismus
  2. Ein Konzept zur Zusammenarbeit mit Anger
  3. Eine genaue Definition der Tätigkeiten der Tourismusinformation

Zum im Antrag genannten Punkt 4: Zwischenstandsbericht zur Ansiedlung eines Budgethotels sprach Holzner von „unseren Bemühungen“ und davon, dass „wir“ uns in den Verhandlungen zur Förderung befänden. Tatsächlich hat Holzner die Betreiberfirma BfP keinesfalls ausreichend unterstützt. Die Tatsache, dass das Budgethotel nach dem vor Jahren zusammen mit Salzburg erstellten Masterplan als „bestens geeignet“ definiert wurde, hätte man auch persönlich bei der Regierung von Oberbayern vorbringen und sich aktiv für die Unterstützung des Projektes einsetzen können.

Insgesamt bleibt zu Befürchten, dass bestehende wie neu gegründete Betriebe in Zukunft durch die Gemeinde keine nennenswerte Unterstützung erfahren werden.

Die FWG-Gemeinderäte werden sich aber weiterhin vehement für eine Verbesserung der Situation einsetzen.

Ihr Ansprechpartner

Christian WagnerChristian Wagner
1. Vorsitzender
Ahornstr. 61

83451 Piding

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